Gewerbeverein: Soziales Österreich - total überzogen

Wien (OTS) - Die Broschüre "Soziales Österreich:
Sicherungssysteme im Überblick" des Sozialministeriums ist eine Mischung aus Selbstbeweihräucherung, Uneinsichtigkeit und Falschaussagen - so der Österreichische Gewerbeverein in einer Presseaussendung:

+ Daß -mit Ausnahme der Pensionsversicherung die einzelnen (Versicherungs)-Zweige fast zur Gänze aus Beiträgen der Versicherten finanziert werden", ist eine offensichtliche Lüge. Daß die Arbeitgeber - als Nicht-Versicherungsnehmer - bei fast allen Sozialversicherungssparten zumindest die Hälfte, wenn nicht 100 Prozent bezahlen, weiß wohl jeder Bürger im Land (im BMAGS scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben)

+ Etwas kühn ist auch die Aussage, daß ein Umverteilungsgrad über die Sozialsysteme von fast 30 Prozent der Wertschöpfung Österreichs, "als wichtiger Garant für sozialen Zusammenhang gesehen" wird, hat wohl die seinerzeitige deutsche Fast-Hostasch-Kollegin, SPD-Gesundheits-Schattenministerin und Ärztin Heidi Schüller in ihrem Buch 'Der Generationskonflikt' eindeutig widerlegt. Heute tut jeder, auf seine Wiederwahl bedachter Politiker gut daran, daß Wort "Generationkonflikt" nicht in den Mund zu nehmen. In der BMAGS-Broschüre aus diesem Sprengsatz einen wichtigen Garanten für sozialen Zusammenhalt zu konstruieren, ist nicht nur kühn!

+ Wie das WIFO in seinem neuesten Monatsbericht feststellt, sind Österreichs Sozialausgaben zwischen 1991 und 1996 um 36,5 Prozent gestiegen. (obwohl es von 1995 auf 1996 eine minimale Absenkung gab). Soziales Österreich, ja - so der Gewerbeverein - aber nicht um diesen Preis und nicht mit diesen Jubelbroschüren - dazu ist das Problem zu ernst!

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