Über 216.000 Schüler in Niederösterreich im Schuljahr 1998/99

Kaum Chancen auf Anstellung im Pflichtschulbereich

St.Pölten (NLK) - In knapp zwei Wochen enden in Ostösterreich die Schulferien, allein in Niederösterreich werden dann 216.303 Schülerinnen und Schüler (um 562 mehr als im Schuljahr 1997/98) wieder die Schulbank drücken. Aus diesem Anlaß beschäftigte sich heute der Amtsführende Präsident des NÖ Landesschulrates, Adolf Stricker, mit aktuellen Gegebenheiten, Entwicklungen und Trends im NÖ Schulwesen. Bemerkenswert für Stricker ist die Tatsache, daß die Zahl der Schulanfänger gegenüber dem Vorjahr um weitere 700 gestiegen ist. Wie überhaupt die Zahl der Schulbesucher wesentlich über der Geburtenstatistik liege, was vor allem auf Zweitwohnsitzer, speziell im Wiener Umland, zurückzuführen sei. Etwa 17.000 Kinder und Jugendliche aus Wien besuchen derzeit laut Stricker in Niederösterreich eine Schule, jedoch nur rund 10.000 Niederösterreicher in Wien. Zudem sei die Hauptschule in Niederösterreich nach wie vor überaus gefragt. Fast drei Viertel aller Übertritte von der Volksschule erfolgen in diesen Schultyp. Auch der Zustrom zu den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen halte unvermindert an. Zwei Drittel aller Maturanten kommen bereits von einer berufsbildenden höheren Schule. Ganz hoch im Kurs stehen bei den Jugendlichen derzeit sozialpädagogische Einrichtungen und höhere Bundeslehranstalten (HBLA). Gut angenommen werde auch die neue Form des polytechnischen Lehrganges.

Neueinstellungen von Lehrern im Pflichtschulbereich sind laut Stricker derzeit nur dann möglich, "wenn jemand ausfällt, vor allem, weil 85 Prozent der Lehrer nicht älter als 45 Jahre sind". Dazu komme vielfach auch mangelnde Flexibilität, den Standort bzw. den Wohnort zu wechseln. Rund 650 Lehrkräfte stehen derzeit im Pflichtschulbereich auf der Warteliste. Vielfach würden sich jedoch Absolventen der pädagogischen Akademien aus ganz Österreich bei mehreren Landesschulräten um eine Stelle bewerben. Als Erfolg wertete es Stricker, daß in den letzten drei Jahren die Zahl der Absolventen der pädagogischen Akademien in Niederösterreich um 40 Prozent zurückgegangen ist. Das Schreiben, das alljährlich vor Schulschluß an alle Maturanten in Niederösterreich gehe und eindringlich auf die Anstellungssituation für Lehrer hinweise, zeige Wirkung, meinte Stricker. Auch für Lehrer im Bundesschulbereich sei die Situation schwierig, dennoch gebe es in einigen Bereichen einen Bedarf. Derzeit stehen rund 250 Lehrer im Bereich der Bundesschulen auf der Warteliste.

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