Zehntausende Flüchtlinge in den Wäldern sind ohne Versorgung

Caritas stellt eine Million Schilling für Nothilfe zur Verfügung

Wien, 25. 8. 1998. äHier herrschen Hunger und große Unsicherheit", berichtet Caritasmitarbeiterin Marion Feik, die sich derzeit im Kosovo aufhält. äZehntausende Männer, Frauen und Kinder haben aus Angst vor den kriegerischen Auseinandersetzungen ihr Zuhause verlassen. Sie sind mit dem wenigen, das sie bei sich tragen, in die Wälder ge-flüchtet."

Dr. Marion Feik, die bereits seit acht Jahren die Caritashilfe für den Kosovo koordiniert, befindet sich derzeit in Prishtina, um mit den Hel-fern vor Ort die Koordination der Nothilfe zu besprechen. äWas am meisten fehlt, sind Trinkwasser, Grundnahrungsmittel und Medikamen-te. Denn gerade Kinder und ältere Menschen sind nach den tagelan-gen Märschen geschwächt und müssen dringend medizinisch versorgt werden."

Die Caritas hat jetzt eine Million Schilling für die Versorgung der Flüchtlinge bereit gestellt. Zusätzlich hat am Freitag vergangener Wo-che ein Hilfskonvoi Wien verlassen, um Grundnahrungsmittel in den Kosovo zu bringen. Für die Verteilung im Kosovo sorgt die Mutter-Teresa Vereinigung, mit der die Caritas bereits seit 1990 zusammenar-beitet. Der einzige rechtlich anerkannte humanitäre Verein ist auch die größte Hilfsorganisation im Kosovo. Mit rund 7.000 ehrenamtlich täti-gen Frauen und Männern hat die Mutter-Teresa Vereinigung ein Vertei-lernetz in der gesamten Region aufgebaut.

Seit Wochen sind die Helferinnen und Helfer rund um die Uhr im Ein-satz und verteilen Lebensmittelpakete an die Flüchtlinge. äTäglich kommen allein in Prishtina 100 bis 150 Menschen zu uns und bitten um Hilfe," berichtet die Mitarbeiterin der Wiener Caritas aus dem Kosovo. äSie sind völlig verzweifelt, weil sie kein Geld haben, um sich auch nur ein Essen zu kaufen."

Aber es gibt auch Anlaß zur Hoffnung: äDie Solidarität in der Bevölke-rung ist groß. Diejenigen, die noch eine Wohnung haben, nehmen die Obdachlosen auf. In Häusern, wo früher zwei Familien gewohnt haben, leben derzeit zehn", berichtet Marion Feik.

Sie appelliert an die Österreicherinnen und Österreicher, die Flüchtlin-ge nicht im Stich zu lassen: äDie Lage spitzt sich täglich zu. Und der bevorstehende Herbst und Winter wird die Situation noch weiter ver-schärfen. Schon jetzt kühlt es in der Nacht deutlich ab und die Helfe-rinnen und Helfer berichten uns täglich von kranken Flüchtlingen in den Wäldern. Wir wissen nicht, wie wir sie ohne Hilfe von außen versorgen sollen."

Die Caritas bittet die Österreicherinnen und Österreicher um ihre Un-terstützung.

Spenden bitte auf das PSK-Konto: 7.700.004, Kennwort Kosovo

Achtung: Dr. Marion Feik, Caritasmitarbeiterin für den Kosovo, ist für weitere Informationen telefonisch erreichbar.
Informationen dazu unter 01/878 12 -138

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