Bericht des Waldviertel Managements 1997

Ostöffnung wirkt derzeit eher negativ

St.Pölten (NLK) - In seinem Bericht über das Jahr 1997 zieht das am Edelhof bei Zwettl beheimatete Waldviertel Management als Bilanz des Vorjahres, daß statt der erhofften Konsolidierung neuerliche Einbrüche zu verzeichnen gewesen seien, wobei die größten Probleme den Bereich ESF (Europäischer Sozialfonds) betrafen, der aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten ab Herbst praktisch nicht mehr zur Verfügung stand. Aus diesem Grund wurde auch gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice die Idee "Ausbildung zum Projektbetreuer" entwickelt und organisatorisch für ganz Niederösterreich betreut.

Als massiv spürbar wird die Negativentwicklung dabei auch im Bereich Betriebssanierung/Sanierungsberatung dargestellt, wo erstmals seit Jahren wieder ein erhöhter Zugang festzustellen war. Nach intensivster Beratung gelang es immerhin, 50 Arbeitsplätze in den verschiedensten Branchen zu erhalten.

Um, wie es in dem Bericht heißt, die derzeit für den Grenzraum negativen Folgen der Ostöffnung zu mildern, wurde unter INTERREG ein Schwerpunkt in der Sparte Information gesetzt und mögliche Kooperationsmöglichkeiten mit der in Tschechien geplanten Region Iglau ventiliert. Internationale Kooperationen sind weiters die Regionspartnerschaft mit Kassel sowie das "Partner"-Meeting, die Tagung der europäischen Regionalmanagements.

Ein weiterer Schwerpunkt wurde im Bereich Telematik gesetzt, hier wurde u.a. mit den Kremser Bundesschulen ein österreichweit einmaliges Vernetzungsprojekt realisiert. 1997 konnten weiters Telestuben in Yspertal, Groß-Siegharts und Neupölla den Betrieb aufnehmen, für die geplante Gründung von Telestuben in Gföhl, Schönbach, St. Martin und Horn wurde Beratungsunterstützung gewährt. Für das TIScover-System konnte auf Landesebene durch die Beteiligung der Telehaus GmbH eine vorbildliche Kooperation gestartet werden. Als problematisch wird genannt, daß für die telematischen Aktivitäten keine Förderansätze im Bereich EFRE existieren.

Bei der Verarbeitung regionaler Rohstoffe hatten die Bereiche Textil und Fleisch erste Priorität. Der Aufbau einer effizienten Vermarktungsstruktur für Ökotextilien wurde zwar 1997 aufgrund zahlreicher Vorgespräche und Vorarbeiten unter Einbindung von über 20 Textilfirmen begonnen, die Firma mußte jedoch mit Jahresende aufgrund von Liquiditätsengpässen den Weg in die Insolvenz antreten.

Im Bereich Fleischverarbeitung und -veredelung wurde ein gemeinsames Projekt von Gewerbe und Landwirtschaft ins Leben gerufen, in das über 20 Fleischerbetriebe und 1.000 Bauern eingebunden sind, um der drohenden Einstellung von Betrieben und den in Folge auf die Landwirtschaft durchschlagenden Problemen entgegenzutreten. In Vitis ist die Errichtung eines "Fleischveredelungszentrums Waldviertel" vorgesehen. Auch hier wird allerdings die Durchführung der Vernetzungsprojekte als mit bestehenden Förderrichtlinien schwer vereinbar dargestellt.

Für die zukünftige Arbeit wird eine "fondsübergreifende" Finanzierung von Regionalmanagement und EU-Plattform als wünschenswert und arbeitserleichternd angeregt.
Nähere Informationen beim Waldviertel Management unter der Telefonnummer 02822/53633-0.

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