KEIN FALSCHES SPIEL MIT DER NATUR! Politischer Hick-Hack behindert steirischen Naturschutz

Wien (OTS) - "Naturschutz ist eine Investition in die Zukunft und darf nicht an den Kosten scheitern", kritisierte heute Mag. Christoph Walder, Leiter der Kampagne "Netz des Lebens" im WWF Österreich (World Wide Fund For Nature), die Versäumnisse der steirischen Landesregierung bei der Ausweisung von Natura-2000-Gebieten. "Einige wichtige Gebiete wie das Pürgschachener Moor oder die Niederen Tauern wurden bereits genannt. Doch von den 30 steirischen Gebieten, die den wissenschaftlichen Kriterien für Natura 2000 entsprechen, sind 18 noch ausständig und teilweise stark gefährdet", weist Thomas Czerwinka, Leiter des WWF Steiermark, auf die Dringlichkeit der Situation hin.

Das Netz des Lebens: Eine Vision, die durch Natura 2000 verwirklicht werden kann. Im Rahmen der weltweiten Living Planet Campaign will der WWF Österreich zwei Drittel der österreichischen Biodiversität für die kommenden Generationen erhalten. Der Schutz von 190 wertvollen Lebensräumen ist dazu notwendig. 130 Gebiete sind schon in das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 eingebracht worden, 60 weitere fehlen noch.

Umsetzung von Natura 2000 in der Steiermark mangelhaft

In der Steiermark sind von 30 Gebieten, die den Natura-2000-Kriterien entsprechen, erst 12 genannt worden. Auf der WWF-Schattenliste stehen steirische Naturjuwele wie das Ennstal, die Mur, die Salza oder das Südoststeirische Hügelland. "Wir brauchen diese 18 Gebiete, um das Netz des Lebens in der Steiermark zu erhalten. Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft!" fordert Mag. Christoph Walder die Landesregierung auf, Taten zu setzen. Laut WWF besteht in folgenden Gebieten dringender Handlungsbedarf:

An der Grenzmur, einem einmaligen Au-Lebensraum, führte die Landesregierung bereits 11 Informationsveranstaltungen durch -geschehen ist dennoch nichts. "Die Informationspolitik war hier vorbildlich", lobt Mag. Christoph Walder. "Doch es wurde genug geredet - jetzt ist Zeit zu handeln!" Im Ennstal nannte die Landesregierung nach langem Tauziehen das Feuchtgebiet Rosswiesen als Natura-2000-Gebiet. Aber: Am Bau der ennsnahen Trasse durch eben diesen wertvollen Lebensraum wird trotzdem festgehalten! "Diese Pläne sind inakzeptabel. Wir fordern einen ehrlichen Umgang mit der Natur!", erklärt Thomas Czerwinka die Position des WWF Steiermark. "Wir fordern einen sofortigen Stopp der Baupläne und die Ausweisung einer weit größeren Fläche als Natura-2000-Gebiet. Die zuständige Kommission in Brüssel wurde von uns bereits über diese Vorgänge informiert!" Weiters fordert der WWF die Ausweisung der "Lebenden Flüsse der Steiermark" als Natura-2000-Gebiete - darunter einmalige Flußjuwelen wie die Obere Mur, die Sulm oder die Salza.

Naturschutz ist eine Investition in die Zukunft!

Bereits vor der Sommerpause wurde auf Initiative von Landesrat Hirschmann der Beschluß gefaßt, zahlreiche dieser Gebiete nachzunennen. Geschehen ist bis jetzt allerdings noch nichts. Der Grund: Finanzlandesrat Ressl macht die Nennung als Natura 2000 Gebiet von den Kosten abhängig. "Natürlich müssen die Kosten abgeschätzt werden - aber Naturschutz darf nicht vom Geld abhängig gemacht werden!" zeigt sich Mag. Christoph Walder empört. "Für die Ausweisung eines Gebietes als Natura-2000-Gebiet dürfen ausschließlich wissenschaftliche Kriterien herangezogen werden. Politische oder finanzielle Argumente haben hier nichts zu suchen - das ist auch die Meinung der Europäischen Kommission. Alle diese 18 Gebiete entsprechen den Kriterien für Natura 2000 Gebiete. Die steirische Landesregierung hat hier ein klare gesetzliche Verpflichtung, die sie einhalten muß."

Thomas Czerwinka fügt als Leiter des WWF Steiermark hinzu: "Während etwa für den Straßenbau Milliarden zur Verfügung stehen, wird eine wichtige Investition in die Zukunft immer hintangestellt: Die Erhaltung unserer Naturjuwele für die kommenden Generationen. Die Steiermark hat durch den Verkauf der Hypo-Bank einen Finanzüberschuß von einer Milliarde Schilling. Wir fordern ein Drittel davon für den Naturschutz! Das Geld ist da, Herr Landesrat Ressl. Handeln Sie!"

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