DEMOKRATIE KOSTET GELD, HERR STADTBAUDIREKTOR!

Auswirkungen der Sommerhitze auf die Wiener Stadtverwaltung

Wien (ÖVP-Klub) - Ob es wohl die ungewöhlich lange
Hitzeperiode des heurigen Sommers war, die den Wiener Stadtbaudirektor zu einer äußert merkwürdigen Handlungsweise veranlaßt hat? Jedenfalls registrierte der Klubobmann der
Liesinger ÖVP-Bezirksräte, Josef Walter Lohmann mit Befremden, daß der Spitzenbeamte die Erledigung eines Antrages der Liesinger Bezirksvertetung mit der Bemerkung versehen ließ, daß die durch die Bearbeitung verursachten Kosten 820.- Schilling betragen. Wie
er zu diesem Betrag kam und was die Mitteilung auf der Antragserledigung bezwecken sollte, war allerdings nicht zu eruieren. *****

"Vielleicht wollte der Herr Stadtbaudirektor das Bewußtsein der Mandatare dahingehend schärfen, daß ihre Tätigkeit für die Bevölkerung Kosten verursacht", mutmaßt Lohmann. "Befremdlich ist allerdings, daß man offenbar unter dem Arbeitstitel 'Kostenwahrheit' mit fiktiven Zahlen operiert.

Anträge in Bezirksvertretungen werden nicht beschlossen, um den dort tätigen Mandataren die Zeit zu vertreiben. Sie gehen vielmehr fast immer auf dringende Anliegen der Bevölkerung zurück. So verhielt es sich auch im konkreten Fall, in dem es um eine erhebliche Verbesserung für die Passanten im Bereich des Bahnhofes Atzgersdorf ging."

Sollen die Bezirksmandatare in Zukunft keine Anträge mehr stellen, weil diese Kosten verursachen? Will man die Bezirksräte, deren Wirkungsbereich ohnehin recht eingeschränkt ist, künftig zu Edelkomparsen machen? Diese Fragen beschäftigen Lohmann und seine Kollegen in der Liesinger Bezirksvertretung. "Man könnte den Spieß allerdings auch umdrehen", stellt Lohmann fest, "Es wäre durchaus vorstellbar, künftig dem einen oder anderen Spitzenbeamten im Rathaus jene Kosten vorzurechnen, die durch schleppende oder nachlässige Arbeit in seinem Ressort verursacht werden." Die Folge wäre allerdings, räumt Lohmann ein, daß beide, sowohl die Diener, als auch die Vertreter der Bürger, nur mehr mit sich selbst beschäftigt wären und für ihre eigentlichen Aufgaben keine Zeit mehr hätten.

"Nachdem Kommunalpolitiker fast immer Optimisten sind, gebe ich allerdings die Hoffnung nicht auf, daß nach der großen Sommerhitze auch dem Wiener Stadtbaudirektor die Kühle des Herbstes guttun wird", schloß Lohmann.

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