Fleischexporte nach Italien: Aufbauarbeit zunichte gemacht?

Österreich fünftwichtigster Rindfleischlieferant Italiens - WKÖ-Expertin hofft, Marktanteile zurückzugewinnen

Wien (PWK) - Der von Italien Anfang August verhängte Importstopp für österreichisches Rindfleisch hat nicht nur zu Liefereinbußen, sondern auch zu einem empfindlichen Imageverlust geführt, berichtet die Agrarexpertin der Außenhandelsstelle Padua, Daniela Andratsch. ****

Auch wenn das Importverbot derzeit nur mehr auf tiefgekühltes Rindfleisch beschränkt sei, können sich daraus längerfristige negative Auswirkungen ergeben. Es sei zwar gegenwärtig noch zu früh um die Situation endgültig zu beurteilen, doch stelle sich die Frage, ob nicht die jahrelange Aufbauarbeit für den österreichischen Rindfleischabsatz in Italien durch die jüngsten Ereignisse weitgehend zunichte gemacht worden sei.

Italienische Importeure, die sich bis dato bei österreichischen Lieferanten eindeckten, weichen nun auf andere (vorwiegend französische) Bezugsquellen aus, so Andratsch. Es sei zu hoffen, daß es trotzdem gelingen wird, den österreichischen Marktanteil möglichst bald wieder zurückzugewinnen.

Italiens Hauptlieferanten für Rindfleisch sind Frankreich (mit einem Anteil von 24 Prozent), die Niederlande (23 Prozent) und Deutschland (22 Prozent). Es folgen Dänemark (acht Prozent) und - an fünfter Stelle - Österreich mit sieben Prozent, ferner Spanien und Irland.

Österreichs Rindfleischexport nach Italien hat sich seit dem EU-Beitritt rasch entwickelt, so Andratsch. Der wichtigste Absatzmarkt sei (wegen der geografischen Nähe) der Nordosten Italiens, wo eine Reihe von Importeuren Fleisch ausschließlich aus Österreich bezieht.

"In Italien hat österreichisches Rindfleisch immer einen ausgezeichneten Ruf genossen - wegen seiner hohen Qualität und der natürlichen Mastbedingungen für Rinder", betont die Agrarexpertin.

Intensive Promotionsaktivitäten (wie Lebensmittelpräsentationen, Messebeteiligungen oder Österreichwochen im italienischen Lebensmittelhandel) hätten viel zur Absatzsteigerung beigetragen.

Im September findet auf der Biomesse SANA in Bologna eine Promotion österreichischer Bioprodukte statt. Österreich will sich als Anbieter gesunder Lebensmittel aus einer intakten Umwelt profilieren, da gerade im Bereich der Bioprodukte große Chancen für heimische Produkte liegen (Andratsch).

Der österreichische Agrar- und Nahrungsmittelexport nach Italien hat seit der EU-Mitgliedschaft stark zugenommen. Das Liefervolumen hat sich in diesem Zeitraum verdreifacht, 1997 erreichte es rund sechs Mrd. S und übertraf damit den Wert 1996 um 12 Prozent. In den ersten fünf Monaten setzte sich die Steigerung mit 37 Prozent verstärkt fort. Milch und Fleisch sind die weitaus wichtigsten Lieferpositionen.

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Dr. Leopold Birstinger

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