Natura 2000 in Niederösterreich

LR Bauer: Kein Zielkonflikt mit Land- und Forstwirtschaft

St.Pölten (NLK) - Niederösterreich hat mit 31 Prozent der Landesfläche den größten Anteil aller Bundesländer an "Natura 2000"-Gebieten nach Brüssel gemeldet. Aufgrund von "bewußt oder unbewußt herbeigeredeten Mißverständnissen" kam es zu einer Verunsicherung weiter Bevölkerungskreise, die der zuständige Landesrat Dr. Hannes Bauer heute im Rahmen eines Pressegespräches ausräumte. Land- oder forstwirtschaftlich intensiv genutzte Zonen seien von "Natura 2000" prakisch nicht berührt, auch dann nicht, wenn solche Bereiche derzeit aus abgrenzungstechnischen Gründen innerhalb der gemeldeten Gebiete lägen. Die Verpflichtungen der "Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie" zum Schutz gefährdeter Lebensräume und Arten beziehe sich ausschließlich auf Reste der Urlandschaft oder auf extensiv genutzte Kulturlandschaften, die auch bisher schon im Mittelpunkt des Interesses von Naturschutz und Landschaftspflege gestanden waren. "Ein unüberbrückbarer Zielkonflikt mit den Interessen der Land- und Forstwirtschaft kann allein schon deshalb nicht vorliegen", meint Landesrat Dr. Bauer. Man könne davon ausgehen, daß im Regelfall die derzeitige Landbewirtschaftung mit den geforderten Schutzzielen im Einklang stehe, daher könne die Bewirtschaftung der betroffenen Grundflächen wie bisher uneingeschränkt weitergeführt werden. Ein hoheitliches Unterschutzstellungsverfahren werde sich auf nur wenige Einzelfälle beschränken, etwa dann, wenn es um "Natur-Kleinode" gehe. In diesem Fall stehen das gewohnte Instrumentarium der Parteienrechte und die Entschädigungsregelung des NÖ Naturschutzgesetzes zur Verfügung.

Eine Arbeitsgruppe wird bis September eine modifizierte Abgrenzung der gemeldeten "Natura 2000"-Gebiete vornehmen. Durch die Aussonderung von Intensivagrarland, Siedlungsgebieten etc. wird eine Flächenreduktion erreicht. Nach einer grundlegenden Kartierung könnte sich laut Auffassung der Experten ein endgültiger Flächenanteil von 10 bis 15 Prozent der Landesfläche ergeben. Landesrat Dr. Bauer abschließend: "Die Aufregung um ‚Natura 2000‘ ist in hohem Maß unbegründet. Wir haben moderne Instrumente wie den NÖ Landschaftsfonds zur Verfügung, der als Vertragsnaturschutz sehr konsensorientiert arbeitet. Es gibt keinen Grund zu zweifeln, daß mit den Möglichkeiten dieses Fonds und in Verbindung mit den EU-Fördergeldern über LIFE-Projekte (seit 1995 acht) der Großteil der Aufgabenstellung von ‚Natura 2000‘ zu bewältigen ist."

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