Verhaltene Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr / Hoher Gewinnanstieg durch Firmenverkäufe / Umbau zu einem Life-Sciences Konzern kommt zügig voran

Frankfurt/M. (ots) - Die Hoechst AG hat im ersten Halbjahr 1998
ein Betriebsergebnis von 1,85 Milliarden DM erzielt; das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg vergleichbar, das heißt bereinigt um Sonderfaktoren, um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz betrug 22,7 Milliarden DM; das ist ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 1997, der vor allem durch den Verkauf von Arbeitsgebieten begründet ist (Veränderungen im Konsolidierungskreis: -18 Prozent; Mengen: -1 Prozent; Preise: -1 Prozent; Währungseinflüsse: +2 Prozent).

"Der Geschäftsverlauf im zweiten Quartal entspricht unseren Erwartungen", sagte Jürgen Dormann, der Vorstandsvorsitzende der Hoechst AG, am Mittwoch auf der Halbjahres-Pressekonferenz in London. "1998 ist ein schwieriges Jahr - doch die guten Nachrichten überwiegen." Der Umbau des Konzerns in Richtung Life Sciences komme gut voran, betonte er. Auch die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente bei dem Pharmaunternehmen Hoechst Marion Roussel (HMR) verlaufe vielversprechend.

Als Gründe für die verhaltene Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr führte Dormann unter anderem die Auswirkungen der Asienkrise, den damit verbundenen Druck auf die Preise im Industriegeschäft sowie den zunehmenden Wettbewerb im Pharmageschäft durch Generikahersteller an. Als weitere Einflüsse nannte er die Strukturmaßnahmen bei dem Pharmaunternehmen Hoechst Marion Roussel, die das Ergebnis im ersten Halbjahr mit rund 400 Millionen DM belasteten, sowie die unbefriedigende Entwicklung auf dem japanischen Pharmamarkt.

Gewinnanstieg durch Firmenverkäufe
Der Vorsteuergewinn stieg in der ersten Jahreshälfte 1998 um 14 Prozent auf 2,2 Milliarden DM. Dazu trugen Sondererträge aus verschiedenen Firmenverkäufen in Höhe von 816 Millionen DM bei. Der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter erhöhte sich um 42 Prozent auf insgesamt 1053 Millionen DM.

Im zweiten Quartal 1998 lagen das operative Ergebnis mit 963 Millionen DM und der Umsatz mit 11,4 Milliarden DM um jeweils 22 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Vergleichbar gerechnet, das heißt ohne Sondereinflüsse wie Strukturmaßnahmen oder Veränderungen im Konsolidierungskreis, stieg das operative Ergebnis im zweiten Quartal um 7 Prozent.

Vielversprechende Pharmapipeline bei HMR
In Japan, dem zweitgrößten Pharmamarkt der Welt, belastet neben staatlichen Preisregulierungen und negativen Währungseinflüssen die Rücknahme des Medikaments Hextol das Ergebnis von HMR. Zudem stehen die älteren Produkte des Pharmaunternehmens unter verstärktem Wettbewerbsdruck von Generikaherstellern. Entscheidend für den künftigen Erfolg seien die zügige Entwicklung und weltweite Zulassung innovativer Medikamente, sagte Dormann und wies auf die jüngsten Fortschritte bei HMR hin: Eine Reihe von vielversprechenden Medikamenten steht noch 1998 und 1999 zur Zulassung an. "Diese neuen Produkte belegen das Potential unserer Pipeline." Insgesamt sollen in den Jahren 2000 und 2001 bis zu sechs weitere Medikamente mit einem Umsatzpotential von 500 Millionen bis zu 1 Milliarde DM auf den Markt gebracht werden.

"Unter der Voraussetzung einer leistungsfähigen und produktiven Forschung und Entwicklung wird HMR auch in Zukunft aus eigener Kraft zu den zehn weltweit führenden Pharmaunternehmen zählen", sagte Dormann. Angesichts des Konsolidierungsprozesses im internationalen Pharmamarkt werde Hoechst aber auch eine mögliche Partnerschaft nicht ausschließen.

AgrEvo: Strategische Position soll weiter ausgebaut werden
Die Geschäfte von Hoechst Schering AgrEvo, dem Unternehmen für Pflanzenschutz und Pflanzenproduktion, verliefen nach einem guten Start zum Jahresbeginn auch im zweiten Quartal gut. Hoechst verfolgt aufmerksam die Marktentwicklung, um die strategische Position von AgrEvo als innovatives Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen weiter auszubauen. Mit Blick auf die jüngst stark gestiegenen Preise für Saatgutgesellschaften sagte Dormann: "Wir sind vorbereitet, günstige Optionen wahrzunehmen - aber nicht zu jedem Preis. Akquisitionen sind nicht der einzige Weg, es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Joint-Ventures und Allianzen."

Fortschritte bei der Weiterentwicklung des Industriegeschäfts Die Weiterentwicklung der Aktivitäten der industriellen Chemie von Hoechst komme zügig voran und soll bis 2000 abgeschlossen sein, sagte Dormann zu dem Umbau von Hoechst. Einzelne Arbeitsgebiete des Polyestergeschäfts von Trevira wurden bereits in der ersten Hälfte 1998 an geeignete Partner abgegeben; die Verkaufsverhandlungen für die restlichen Aktivitäten werden voraussichtlich bis zum Jahresende zu einem erfolgreichen Abschluß kommen.

Für die Konzerngesellschaften Celanese (Basischemikalien und Celluloseacetat) und Ticona (Technische Kunststoffe) wird derzeit -als eine der möglichen Optionen - die Bildung einer Publikumsgesellschaft geprüft. "Zusammen können beide Unternehmen ein ausgezeichnetes Chemieunternehmen auf dem Kapitalmarkt werden", sagte Dormann, "doch eine abschließende Entscheidung ist noch nicht gefallen."

Auch das Lackunternehmen Herberts, das in Europa zu den führenden Anbietern von Automobillacken und umweltverträglichen Wasser- und Pulverlacken gehört, soll an einen geeigneten Partner verkauft werden, um die weitere Entwicklung dieses Geschäftes durch eine international ausgewogene Marktstellung abzusichern.

Mitarbeiterzahl gesunken
Die Mitarbeiterzahl belief sich zum Ende des ersten Halbjahres 1998 auf 109.759 Beschäftigte; das ist ein Rückgang von rund 35.800 Mitarbeitern gegenüber der Jahresmitte 1997. Der überwiegende Teil davon, etwa 30.000 Beschäftigte, sind aufgrund der Veräußerung von Unternehmen und Arbeitsgebieten nicht mehr in den Zahlen der Hoechst Gruppe enthalten.

Euro: "Hoechst ist gut vorbereitet."
"Die Hoechst AG als Holdinggesellschaft wird ihre interne Währung zum 1. Januar 1999 auf Euro umstellen", erklärte Klaus-Jürgen Schmieder, der Finanzvorstand von Hoechst. "Das heißt, die Bilanzierung und der Zahlungsverkehr erfolgen dann in der gemeinsamen europäischenWährung." Auch der Abschluß des ersten Quartals 1999 werde dann erstmals in Euro erfolgen. Die Konzerngesellschaften werden ebenfalls ab Januar 1999 transaktionsfähig sein. Die Umstellung auf den Euro als Hauswährung soll dort jedoch bis zum Jahr 2001 nach den individuellen Markterfordernissen erfolgen. "Hoechst ist gut auf den Euro vorbereitet", sagte Schmieder weiter. Die Kosten für die Anpassungen an die neue Währung bezifferte Schmieder auf 25 bis 30 Millionen Euro; dem stünden jedoch jährliche Einsparungen von etwa 5 Millionen Euro gegenüber, weil Kurssicherungskosten entfallen.

Ausblick:
Vergleichbares operatives Ergebnis soll Vorjahresniveau erreichen

Die Forschungsausgaben von Hoechst sollen auch 1998 auf dem hohen Vorjahresniveau von rund 4 Milliarden DM gehalten werden; das entspricht bei einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 42 Milliarden DM einer Forschungsquote von 9 Prozent.

Wir gehen unverändert davon aus, 1998 ein operatives Ergebnis erzielen zu können, das vergleichbar auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Der beschleunigte Ausstieg aus Arbeitsgebieten der industriellen Chemie wird die Geschäftszahlen von Hoechst weiterhin beeinflussen. Der Wegfall der Ergebnisbeiträge dieser Aktivitäten und ein möglicherweise stärkerer Einfluß der Asienkrise auf unsere Arbeitsgebiete und einige Beteiligungen führt zu einer vorsichtigeren Einschätzung des im Gesamtjahr zu erwartenden Gewinns je Aktie nach DVFA/SG.

Wirtschaftliche Ausblicke in der Presse-Information entsprechen dem gegenwärtigen Kenntnisstand, beinhalten aber Risiken und Unsicherheitsfaktoren. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann je nach Veränderung der Rahmenbedingungen davon abweichen.

Der Halbjahresbericht ist im Hoechst Internet Forum ab 10.15 Uhr unter http://www.hoechst.com/deutsch/Media (englisch:
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Die Halbjahrespressekonferenz der Hoechst AG wird live als Realvideo/-audio ab 10:30 MESZ im Hoechst Internet Forum unter http://www.hoechst.com übertragen. Für den Zugang benötigen Zuschauer ein Modem mit 28,8 Kb/s oder schneller sowie die Internet kostenlos verfügbare Software Realvideo 5.0 von http://www.real.com . Eine Aufzeichnung steht nachmittags online zur Verfügung.

ots Originaltext: Hoechst AG
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