Nachbetrachtung zum Thema Nitsch

Wien (OTS) - Das "6-Tage-Spiel" des kranken Hermann Nitsch ist
also dank des Schutzspaliers fast sämtlicher Politgranden unseres Landes relativ unbehelligt über die Bühne gegangen. Was bleibt, sind Ekel und Abscheu. Es ist vorbei, aber hoffentlich noch lange nicht zu Ende.

Was sicher über 90 % der Bevölkerung ablehnt, war ebenso wenig zu verhindern wie der Burgtheaterauftritt des Kinderschänders Mühl. Tierquälerei und Blasphemie haben nicht ausgereicht, dieses Schandwerk zu vereiteln. Eine kleine, dafür um so lautere "Kunstlobby", die seit Jahrzehnten in Österreich bestimmt, was Kunst zu sein hat, sehr wohl die Freiheit der Kunst, nicht aber die der Meinungsäußerung schützt, hat über moralisches Empfinden, Tierschutz und Religion triumphiert.

Die Politiker haben - bis auf ganz wenige Ausnahmen - aus Angst vor dem rechten Eck gekuscht und den feigen, larmoyanten Provokateur Nitsch gewähren lassen. Trotz "gekreuzigter und an die Wand genagelter Mädchenund Buben", denen man laut Partitur die Geschlechtsteile zertritt bzw. den Kopf mit Steinen zertrümmert (nachzulesen in der "Eroberung von Jerusalem"), durfte der schwerkranke "Aktionist" der Welt sechs Tage lang vor Augen führen, was in Österreich Kunst zu sein hat, und wer in diesem Land als "Staatskünstler" vorauseilend und gehorsamst verhätschelt wird. Der im wahrsten Sinne des Wortes blutrote Teppich der Politiker wird ihn geradewegs auf das nächste Kanzlerfest geleiten, dessen können wir uns jetzt schon sicher sein.

Solange die Kirche so knieweich Stellung bezieht wie mein Diskussionspartner in "Treffpunkt Kultur", Herr Baloch, wird Nitsch auch christliche Symbole unter Applaus besudeln dürfen. Nitsch spricht zwar von der Einbeziehung aller Religionen in sein "Lebenswerk", verhöhnt aber wohlweislich nur das allzu zahnlose Christentum. Täte er gleiches etwa mit dem Islam, weltweite Ächtung wäre das mindeste, wahrscheinlich würde er mit Salman Rushdie die Todesliste der Mullahs teilen. Dabei klingen die "Satanischen Verse" im Vergleich zur "Eroberung Jerusalems" wie Kinderreime.

So weit geht also der revolutionäre, tabubrechende Mut des wohl kalkulierenden Kunstmessias der Scholtens, Wittmanns, Schmidts und Pasterks dieses Landes. Zur ewigen stereotyp gestellten Frage der politischen Positionierung kann ich nur zum x-ten Male sagen: das THWA ist, ebenso wie meine Person, völlig unpolitisch. Wir stehen weder rechts noch links, wir stehen auf Seite der Tiere, die unseres Schutzes bedürfen.

Wenn jemand glaubt, aus einer Schilderung von Tatsachen eine rechte Gesinnung ableiten zu müssen, ist das sehr traurig und spricht eine deutliche Sprache der tendenziösen Meinungsmache einiger Medien betreffend. Wenn ich sage, daß nur eine politische Partei für den Tierschutz Stellung bezieht, ist das eine schlichte Tatsache. Auch wenn es die KPÖ oder sonst wer gewesen wäre, wäre es mir sehr willkommen gewesen und von mir auch ebenso erwähnt worden.

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Christian Janatsch - Präsident
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