ORF verstößt weiter gegen Werberegelungen

Neuerliche Beschwerde des Verbandes Österreichischer Zeitungen gegen Fernsehwerbepraktiken des ORF

Wien (OTS) - Eine weitere Beschwerde bei der Kommission zur
Wahrung des Rundfunkgesetzes wegen Verletzung von gesetzlichen Werbebestimmungen durch den ORF wurde vom Verband Österreichischer Zeitungen eingebracht. Bekanntlich wurde einer Beschwerde gegen eine Radiosendung des "Club Radio Salzburg" wegen des Verstoßes gegen die Kennzeichnung von "verkappten" Werbesendungen und wegen der Verletzung von Werbezeitbeschränkungen erst kürzlich stattgegeben. Dies ist nun ein weiterer Schritt des Verbandes, um vom ORF die Beachtung österreichischer und europäischer Werbestandards einzufordern. Die Beschwerde betrifft das "WM-Studio" am 3. Juli und 7. Juli 1998, abends, im 1. Fernsehprogramm, anläßlich der WM-Ausscheidungsspiele Brasilien gegen Dänemark und Brasilien gegen Niederlande.

Nach Meinung des Verbandes wurden hier die gesetzlichen Werberegelungen vom ORF gehäuft und besonders krass verletzt. Das fundamentale Gebot der Trennung von redaktionellem Programm und Werbung, das gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk striktest beachtet werden sollte, wurde in diesen Sportstudios grob mißachtet:
Der ORF-Moderator, der als Redakteur dem Grundsatz der Objektivität und Neutralität verpflichtet ist, leitet unvermittelt zu Werbeeinschaltungen über, fordert die Zuseher u.a. zur Teilname an einem Gewinnspiel oder zur Nutzung der PTA-Hotline auf und schafft so das redaktionelle Umfeld für die Werbung, die im Zentrum des WM-Studios zu stehen scheint. Immer wieder kommen nicht gekennzeichnete Werbeeinblendungen, mehrfach auch Productplacements, ins Bild. Die Regelungen des Rundfunkgesetzes, wonach Werbung in der An- und Absage zu kennzeichnen ist, sowie die Regelung, wonach Fernsehwerbung grundsätzlich in Blöcken und zwischen einzelnen Sendungen auszustrahlen ist, scheinen von der Sportredaktion außer Kraft gesetzt worden zu sein.

Die Beschwerde soll die Verantwortlichen im ORF daran erinnern, daß der öffentliche Auftrag ungeteilt auch im Bereich der Sportberichterstattung gilt und es nicht Aufgabe des gebührenfinanzierten Rundfunks sein kann, das Programm primär dahin zu orientieren, ein optimales Umfeld für die Werbung zu schaffen.

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