Keusch: Volkspartei und Wirtschaftsminister bremsen bei der Umsetzung des Nationalen Beschäftigungsplanes

VP-Modell der "Vorlehre” soll offenbar forciert werden

St. Pölten, (SPI) – "Die ÖVP und mit ihr Wirtschaftsminister Farnleitner scheinen sich mit der Umsetzung des Nationalen Beschäftigungsplan "Zeit zu lassen”. Entgegen der Zielsetzung der Sozialdemokraten zur Schaffung hochqualifizierter
Ausbildungsplätze für die Jugend setzt die Volkspartei voll auf ihr Konzept der "Vorlehre”. Mit der sogenannten Vorlehre schlagen die Wirtschaftslobbyisten nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie bekommen billige Arbeitskräfte für ihr Unternehmen, ohne jemals eine Garantie für einen Lehrvertrag eingehen zu müssen und sie können die jungen Menschen jederzeit wieder auf die Straße setzen”, kritisiert der Finanzsprecher der NÖ Sozialdemokraten, Abg. Eduard Keusch.****

Das Vorgehen der ÖVP und des Wirtschaftsminister dokumentiert
dabei ihr offensichtlich akkordiertes Vorgehen betreffend der Verhinderung von Maßnahmen des NAP (Jugendliche, die im laufenden Jahr keinen Lehrplatz finden, sollen in Form von
Lehrlingsstiftungen und Lehrgängen aufgefangen werden). Für die im NAP vorgesehenen Maßnahmen wurde in Niederösterreich eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche über die Trägerschaft, d.h. die Organisation, die die Ausbildungsmaßnahmen umzusetzen hat, zu entscheiden hat. Während sich das Wifi – eine Organisation der Handelskammer – bereits zurückzuziehen scheint und kein besonderes Engagement an den Tag legt, ist das Berufsförderungsinstitut (BFI) "Gewehr bei Fuß” und sehr daran interessiert, diese Aufgabe wahrzunehmen. Dies scheitert aber vorläufig noch daran, daß sich die Arbeitsgruppe, der LHStv. Prokop vorsteht, noch immer nicht zu einer Entscheidung durchringen konnte.

Ein weiteres dazu tun Wirtschaftsminister Farnleitner, der fertige Anträge lt. § 30 BAG für Lehrlingsstiftungen (3jährige, hochqualifizierte Ausbildung in Unternehmen bzw. Lehrwerkstätten) und Lehrgänge (einjährige Ausbildung mit breiter Ausbildungsbasis; kann ein weiteres Jahr verlängert werden) in seinem Ministerium einfach unerledigt "verstauben” läßt. So liegen bereits seit ca. einem Jahr Anträge für Ausbildungsstätten in Wiener Neustadt, in Sigmundsherberg und der Böhler-Ybbstaler-Werke vor, die viele hochqualifizierte Ausbildungsplätze für junge Menschen repräsentieren. Der Bedarf liegt vor – die Genehmigung läßt allerdings auf sich warten. Die Ausbildungsinfrastruktur wurde vom Bfi bereits geschaffen, auch liegen Ausbildungspläne bereits vor und die Ausbildner stehen bereit, den jungen Menschen Wissen zu vermitteln. "Wirtschaftsminister Farnleitner setzt bei der
Erteilung der Genehmigung offensichtlich auf Zeitgewinn – denn verunsicherte Jugendliche ergreifen eher den "Strohhalm” einer "Vorlehre” ”, so die Kritik des SP-Finanzsprechers.

"Hier wird mit den Schicksalen der jungen Menschen blanker Wirtschaftslobbyismus betrieben. Ich fordere Farnleitner und die ÖVP auf, den auch von ihnen in der Regierung mitgetragenen Nationalen Beschäftigungsplan nicht weiter zu verzögern bzw. – wie es derzeit scheint – verhindern zu wollen. Mein Appell gilt auch den jungen Menschen, nicht die Nerven zu verlieren und sich in
eine "Vorlehre” drängen zu lassen. Mit dem NAP werde Mitte November eine neue Chance eröffnet”, so Keusch abschließend. (Schluß) fa

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