AK: Wir brauchen Lehrstellen, nicht Verunsicherung der Lehrbetriebe

Anreize für ausbildende Betriebe müssen endlich wirken

Wien (0TS) - "Wir brauchen Lehrstellen, nicht Verunsicherung
der Lehrbetriebe", kritisierte heute, Dienstag, Georg Ziniel,
Leiter des AK Sozialbereichs, die Wirtschaftskammer. Mit den heute veröffentlichten Umfrageergebnissen, wonach die Österreicher etwa die steuerliche Entlastung von Lehrbetrieben wünschten, "tut die Wirtschaftskammer so, als wäre in den letzten zwei Jahren nicht schon längst mehr als ein Dutzend Anreize für ausbildende Betriebe geschaffen worden", sagt Ziniel. Und: "Alle Punkte, die in der Umfrage genannt werden, sind erfüllt. Die Anreize müssen jetzt endlich wirken." Noch gäbe es weniger offene Lehrstellen als im Vorjahr. Ziniel: "Statt die Betriebe zu verunsichern, soll die Wirtschaftskammer für die Aufnahme von Lehrlingen werben". ****

"Noch nie war es so leicht, Lehrlinge aufzunehmen", sagt Ziniel. Darauf solle die Wirtschaftskammer die Unternehmer aufmerksam machen. Gejammere sei fehl am Platz, erinnert er an die wesentlichsten Erleichterungen für Lehrbetriebe:

-Unternehmer können pro Lehrling im ersten Lehrjahr einen Steuerfreibetrag von 20.000 Schilling geltend machen.
-Unternehmer zahlen für ihre Lehrlinge keinen Beitrag zur Unfallversicherung.
-Lehrbetriebe zahlen keinen Unternehmerbeitrag mehr zur Krankenversicherung ihrer Lehrlinge.
-Das Alter, bis zu dem besondere Schutzvorschriften gelten, ist
von 19 auf 18 gesenkt worden.
-Im Handel dürfen Jugendliche jetzt auch am Samstag bis 17 Uhr beschäftigt werden.
-Die Probezeit dauert um zwei Wochen länger, wenn ein Lehrling gleich zu Beginn für längere Zeit in die Berufsschule muß.
-Die Ausbilderprüfung kann jetzt auch durch einen 40stündigen Kurs ersetzt werden. Außerdem gibt es nun Berufe, bei denen keine Prüfung notwendig ist, um eine Ausbilderqualifikation zu erhalten. -Neue Programme des Arbeitsmarktservice gewähren direkte finanzielle Förderungen (zwischen 3.000 und 4.000 Schilling pro Lehrstelle und Monat, wenn die Lehrstelle mit benachteiligten Jugendlichen oder Mädchen in Männerberufen besetzt wird).
- Für benachteiligte Jugendliche wird die Vorlehre eingeführt.

Darüberhinaus haben sich Wirtschaftsministerium, Sozialministerium und Sozialpartner erst Mitte Juli auf die rasche Einführung von 8 neuen Lehrberufen geeinigt. "Jetzt kommt es nur noch darauf an,
daß die Unternehmer in den neuen Lehrberufen tatsächlich ausbilden und die Anreize zur Lehrlingseinstellung annehmen", sagt Ziniel.
In erster Linie seien "die Unternehmer dafür verantwortlich, daß das Recht auf Ausbildung für alle interessierten Jugendlichen eingelöst wird."

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