Lehrlingspakete entlasten Betriebe mit 10.400 Schilling pro Jahr

Wirtschaft finanziert Entlastung zu zwei Drittel selbst - Kosten des Auffangnetzes ca. 20.000 Schilling pro Monat

PWK - "Eine Gegenüberstellung der im Lehrlingspaket 1997 und 1998 geschaffenen Anreize für die ausbildenden Betriebe, die insgesamt nur zu einer jährlichen Entlastung von 10.400 Schilling führen, verglichen mit den monatlichen Kosten für einen Ausbildungsplatz nach den im Auffangnetz des NAP vorgesehenen Modellen von etwa 20.000 Schilling, machen die Problematik der Berufslehrgänge und Lehrlingsstiftungen deutlich", stellt Alfred Duschanek, Leiter der Abteilung Bildungspolitik und Wissenschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, fest. "Noch dazu finanziert sich die Wirtschaft diese jährliche Entlastung zu einem großen Teil selbst und belastet nicht den Steuerzahler", so Duschanek. ****

Mit dem Lehrlingspaket 1997 kam es zum Entfall der Dienstgeberbeiträge für die Krankenversicherung bei Lehrlingen. Das entspricht einer "Ersparnis" von etwa 7.100 Schilling jährlich, wobei die Ersparnis durch die Anhebung der Dienstgeberbeiträge für Angestellte um 0,1 Prozent durch die Wirtschaft selbst aufgebracht wird. Im NAP ist zusätzlich eine Befreiung von der Unfallversicherung vorgesehen. Bei einem Beruf mit 3-jähriger Lehrzeit bedeutet dies 1.300 Schilling jährlich pro Lehrling. Der im Lehrlingspaket 1998 vorgesehene Steuerfreibetrag pro Lehrling im ersten Lehrjahr von 20.000 Schilling ergibt schließlich bei einem angenommenen Durchschnitt der Unternehmensbesteuerung von 30 Prozent im ersten Lehrjahr 6.000 Schilling, also bei einer 3-jährigen Ausbildung 2.000 Schilling pro Jahr. Insgesamt führen diese drei Beträge zu einer jährlichen Ersparnis von 10.400 Schilling pro Lehrling.

"Demgegenüber stehen die im Jugendbeschäftigungs-Sicherungsgesetz festgelegten Kosten für Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgänge. 900 Millionen Schilling für 4.000 Jugendliche, zusätzlich der Kosten für den Berufsschulbesuch ergeben monatliche Aufwendungen in einer Größenordnung zwischen 18.000 und 22.000 Schilling. "Das ist unverhältnismäßig mehr als Lehrbetriebe vom Staat als Förderung erhalten", betont Duschanek.

Rückfragen & Kontakt:

BW-Abteilung
Tel.: 50105/4072

Dr. Georg Piskaty

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/SCHLUß