LR Bauer: Marchegger Rinderprojekt zeigt Alternativen für naturverträgliche Landwirtschaft

Schottische "Galloways" betreiben Landschaftspflege und eröffneten neue Märkte

St. Pölten, (SPI) – Die March-Thaya-Auen sind eine ausgedehnte Kulturlandschaft mit ausgedehnten Feuchtwiesen und Weiden. Die einst übliche Rinderhaltung verschwand im 19. und 20 Jahrhundert und die Auwiesen versteppten und verbuschten. Seit nunmehr 3 Jahren betreibt eine auf mittlerweile 38 Rinder angewachsene Herde von schottischen "Galloway"-Rindern eine intensive "Landschaftspflege". Über 90 Hektar Wiesen werden nun im Rahmen eines Beweidungsprojektes für die Rinderzucht genutzt, die Projekte Marchegg und Baumgarten sind Bestandteil des "Ramsar-Managements für die March-Thaya-Auen" des "Distelvereins" und werden mit Geldern aus dem EU-Topf "LIFE", des Umweltministeriums, der Wasserstraßendirektion und des Landes NÖ finanziert.****

"Statt wuchernder Brennesseln gedeihen auf den Wiesen nun wieder Hahnefuß, Spießmelde und so seltene Arten wie das Michaeli-Zyperngras oder das Gnadenkraut. Auch aus ornithologischer Sicht sind die Weiden von großer Bedeutung. Für Rotschenkel, Bekassine, Kiebitz oder Wachtelkönig sind sie Brutgebiet, Graureiher, Wildgans, Wiedehopf und Weißstorch finden nun im kurzen Gras wieder einen reich gedeckten Tisch", freut sich Naturschutz-Landesrat Dr. Hannes Bauer, der im Rahmen eines Besuches auf Einladung des Distelvereins das Projekt besuchte. Die Vorteile der vierbeinigen "Zotteltiere" liegen auf der Hand. Die hornlosen Rinder verzehren auch schwer genießbare Pflanzen wie Binsen, Rohrkolben und Sauergräser und können das ganze Jahr über im Freien gehalten werden. Dank ihrer Robustheit kommen die Galloways mit feuchten Böden, Kälte und Trockenheit gut zurecht.

"Anders als bei den feuchten Mähwiesen wird durch die Beweidung mit den Galloways eine spezielle, meist schon verschollene Pflanzengarnitur gefördert. Besonders an der March, wo viele Pflanzenarten aus dem osteuropäischen Raum an ihre westliche Verbreitungsgrenze stoßen, ergab sich mit der alternativen Rinderzucht eine wirklich große Chance – die Wiederherstellung eines ökologischen Gleichgewichtes. Auch der wirtschaftliche Erfolg gibt der bäuerlichen Betriebsgemeinschaft recht – das ausgezeichnete Fleisch der Rinderrasse ist eine echte Marktnische und sogar Kunden aus Wien reisen nach Marchegg, um sich mit etwas Besonderem zu verwöhnen", so Landesrat Hannes Bauer abschließend.

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