Waldbrände in Griechenland WWF verlangt Sofortmaßnahmen

Wien (OTS) - Der World Wide Fund For Nature (WWF) fordert die Griechische Regierung auf, mit vollem Einsatz gegen die dramatischen Waldbrände vorzugehen. Im heurigen Sommer wurden bereits mehr als 100.000 Hektar Wald ein Raub der Flammen.

Der Großteil der Brände wird von Grundstücksspekulanten gelegt, die dadurch Land für Siedlungsbau und wirtschaftliche Nutzung gewinnen wollen. Da die heurige Waldbrand-Saison noch lange nicht vorbei ist, wird ein trauriger Rekord, der sogar das bisherige Schreckensjahr 1988 übertreffen wird, erwartet.

Besonders dramatisch ist die Situation für den Wald in Taygetos, dem artenreichsten Waldgebiet in Griechenland. In diesen Schwarz- und Rotkiefer- Wäldern kommen über 160 in Griechenland endemische Pflanzenarten vor, von denen 21 wiederum nur auf Taygetos zu finden sind. Das Gebiet ist aber nicht nur für seine Pflanzenwelt bedeutend, auch 36 Tierarten stehen auf der internationalen Roten Liste.

Der WWF fordert die Griechische Regierung auf

- eine umfassende Strategie zur Erhaltung der Wälder zu entwickeln und umzusetzen, wobei die Bekämpfung der Waldbrände besonders berücksichtigt werden muß,

- eine spezielle Einheit der Feuerwehr zur Bekämpfung der alljährlichen Brände aufzustellen,

- genaue Karten der Waldgebiete anzulegen, um Umwidmungen von abgebranntem Land unmöglich zu machen,

- die Geldmittel, die für den Waldschutz zur Verfügung stehen, zu erhöhen und

- die Anstrengungen zur Umwelt- und Bewußtseinsbildung in der Bevölkerung zu verstärken.

Die vielen hundert Brände, die in den vergangenen Monaten gelegt wurden, sind der beste Beweis für das Fehlen einer effektiven Umweltpolitik", meint Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF Österreich. Der WWF Griechenland hat einen umfassenden Wald Aktions-Plan vorgelegt, den die Griechische Regierung umsetzen sollten, wenn ihr daran gelegen ist, den Wald zu schützen.

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