Farnleitner im News-Interview: "Sehe keinen Rücktrittsgrund." - Die Lassing-Bilanz des Ministers: "Das Leben ist an sich lebensgefährlich."

Vorausmeldung zu News Nr. 32/6.8.1998

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem morgen erscheinenden Nachrichtenmagazin News weigert sich Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner politische Konsequenzen nach der Katastrophe von Lassing zu ziehen. Auch, wenn die Bergbaubehörde direkt in seinen politischen Verantwortungsbereich fällt, sieht der Minister keinen Grund zurückzutreten. Farnleitner: "Der Wirtschaftsminister hat eine so breite Palette in Österreich abzudecken, er ist an vielen Kriterien zu messen - aber nicht daran, ob er ein Bergwerksunglück verursacht hat. Ich bin schließlich nicht Bergeminister." Farnleitner werde aber die Lehren aus Lassing ziehen: "Gerade wegen Lassing werde ich ganz sicher nicht aufgeben. Weil dieser Fall beweist, daß in Österreich noch viel zu tun ist. Etwa, daß wir uns besser für "worst case"-Szenarien wappnen müssen, weil wir sehen, daß wir in vielem eine hohe Tendenz zur Realitätsverweigerung haben." Neben einer mobilen, stehenden Einsatztruppe für Katastrophen brauche Österreich auch ein professionelles Chaos-Management. Farnleitner: "Wir dozieren an keiner Hochschule in Österreich das Fach Krisenmanagement. Das muß her."

Die nötigen Konsequenzen werde er in einem umfangreichen Bericht über die Ereignisse von Lassing am 20. August dem Ministerrat vorlegen. Farnleitner äußerte sich überzeugt davon, daß vor allem die ÖVP nach wie vor hinter ihm steht: "Ich bin Christ. Ich gehe derzeit ein bißl durch's Fegefeuer. Aber ich fürchte nichts." In Lassing sei nichts mutwillig oder fahrlässig unterlassen worden. Farnleitner:
"Daß Menschen gegen die Natur verlieren, ist eben so. Menschenopfer würden daran auch nichts ändern. Am Ende hat man mit Demut zu sagen:
Es gibt Prozeße und Dinge, die eben nicht zu ändern sind. Wie die menschliche Rationalität am Schluß auch erkennen muß: Das Leben ist an sich eben lebensgefährlich."

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