Europa-Naturschutzdiplom für die Wachau wird geprüft:

Chancen für Verlängerung stehen ausgezeichnet

St.Pölten (NLK) - Die Wachau besitzt seit September 1994 das Europäische Naturschutzdiplom, das vom Europarat für ausreichend geschützte Naturgebiete vergeben wird und alle fünf Jahre überprüft wird. Ziel ist, das wissenschaftliche, kulturelle und ästhetische Erbe zu schützen. Eine Prüfungskommission des Europarates war die letzten beiden Tage in der Wachau unterwegs, um zu prüfen, ob die Kriterien für die neuerliche Vergabe des Diploms eingehalten wurden. Das "Europadiplom" wird in drei Kategorien vergeben. Die Wachau besitzt das Diplom in der Kategorie B, in der der Schutz der Landschaft und die Erhaltung der Lebensräume das hauptsächliche Anliegen ist. In der Kategorie B finden sich auch noch die Lüneburger Heide oder die Weltenburger Enge. "Die Chancen für die neuerliche Verlängerung stehen ausgezeichnet", meinte Hofrat Dipl.Ing. Erich Wurzian, Leiter der NÖ Naturschutzabteilung, der die Kommission begleitete. Die Überprüfung durch Gutachter Dr. Charles Stauffer müßte bis Ende des Jahres positiv abgeschlossen sein. Vorgestellt habe man der Kommission neue Projekte wie beispielsweise ein Schutzwaldvorhaben im Bereich der Tischwand, das die "Verjüngung" des Eichenbestandes vorsieht. Weitere Beispiele waren Projekte für die Naturdenkmäler Setzberg und Höhereck. Auch flußbauliche Maßnahmen im Bereich der Donauschiffahrt unter Einbeziehung ökologischer Gesichtspunkte wurden präsentiert, etwa die neuen Bewässerungsanlagen im Raum Spitzer Graben. Ein besonderes Anliegen sei auch die Terrassenerhaltung der Weinberge in der Wachau. Außerdem stünden die Chancen gut, die Burg Oberranna nördlich von Mühldorf in das Europa-Diplom-Gebiet miteinzubeziehen.

Die Region hat außerdem den Wunsch, die Wachau im Rahmen der Welterbe-Konvention als UNESCO-Welterbestätte zu nominieren. Die weitere Verleihung des "Europa-Diploms" wäre eine wichtige Voraussetzung dafür.

Landesrat Dr. Hannes Bauer betonte heute, daß Niederösterreich damit seine Stellung als europäisches Aushängeschild im Bereich der Kulturlandschaft untermauere. Dem Schutz der Landschaft werde auch in Hinkunft größtes Augenmerk eingeräumt werden. Bauer: "Immerhin ist bereits etwa ein Viertel der niederösterreichischen Landschaftsfläche in irgendeiner Form geschützt."

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