AMS: Arbeitslosen-Anstieg Ende Juli deutlich verflacht-

Mit 197.958 Jobsuchenden lag die Arbeitslosigkeit um 4.546 oder 2,4 Prozent über dem Vorjahr - Nationale Quote stieg von 5,8 auf 5,9 Prozent - Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren vor allem Frauen und Ältere betroffen

Wien (OTS) - Mit 197.958 Jobsuchenden (97.655 Männer,
100.303 Frauen) Ende Juli hat sich der Anstieg der
Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr (plus 4.546 oder 2,4 %) deutlich verflacht. Die nationale Arbeitslosenquote stieg
gegenüber dem Vorjahr von 5,8 auf 5,9 %. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote der EU erhöhte sich gegenüber Juli 1997 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Diese Zahlen meldete das Arbeitsmarktservice (AMS) am Dienstag.***

Durch den Konjunkturaufschwung deutlich gestiegen ist auch
die Zahl der offenen Stellen: Im Juli wurden beim AMS 18.869
offene Stellen gemeldet und 19.406 Arbeitsplätze besetzt. Mit 25.768 Stellen am Monatsende lag die Zahl der verfügbaren Jobs um 6.356 oder 32,7 % über dem Vorjahreswert. Einen deutlichen Beschäftigungs-Zuwachs im ersten Halbjahr 1998 verzeichneten die unternehmenbezogenen Dienstleistungen (plus 6,3 %) und die
sonstigen Dienstleistungen (plus 3,5 %), gefolgt von der Sachgütererzeugung (plus 2,3 %) und der öffentlichen Verwaltung (plus 1,5 %).

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr
wurde primär vom Dienstleistungsbereich getragen: Dort stieg die Arbeitslosigkeit mit 106.936 Jobsuchenden am stärksten (plus 3.308 oder 3,2 %). In den Saisonberufen Bau, Fremdenverkehr sowie Land
und Forstwirtschaft stieg die Arbeitslosigkeit auf 32.498 Personen (plus 1.428 oder 4,6 %). In den Produktionsberufen ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück (minus 118 oder 0,2 % Personen).

Arbeitslosigkeit wird zunehmend weiblich

Trotz dem deutlichen Beschäftigungs-Zuwachs von Frauen im
ersten Halbjahr nahm die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Frauen weiter zu. Während sich Ende Juli die Männerarbeitslosigkeit nur leicht erhöhte (plus 1,3 Prozent auf 97.655 Personen), stieg die Frauenarbeitslosigkeit deutlich
stärker an (plus 3,4 % auf 100.303 Betroffene). Der Grund: "73 Prozent des Beschäftigten-Zuwachses im ersten Halbjahr entfielen auf Frauen. Der Großteil dieser Arbeitsplätze wurde jedoch mit Frauen besetzt, die aus Potentialpositionen kamen und dem Arbeitsmarkt bisher nicht zu Verfügung standen", erklärte Herbert Böhm, Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice (AMS).

Legistische Änderungen wie die Verkürzung des Karenzurlaubes
und das Auslaufen der Sonderunterstützung hätten zu einer deutlichen Ausweitung des Arbeitskräfteangebots geführt, so Böhm weiter. So sei etwa die Zahl der "arbeitslosen" KarenzgeldbezieherInnen Ende Juni - also jener Personen, die in keinem Dienstverhältnis stehen und aus der Arbeitslosigkeit in den Karenzgeldbezug wechseln - von 36.818 im Vorjahr auf 18.575 gesunken. Die Zahl der KarenzgeldbezieherInnen insgesamt sei Ende Juni um knapp 27.000 Personen zurückgegangen. Die damit verbundene Ausweitung des Arbeitskräfteangebots habe zu steigenden Verdrängungseffekten vor allem von älteren oder weniger qualifizierten Frauen am Arbeitsmarkt geführt, erklärte Böhm abschließend.

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