Kinder-Mißbrauch hat sich gegenüber 1996 verdoppelt:

Kinder- und Jugendanwalt zog Bilanz

St.Pölten (NLK) - Der sexuelle Mißbrauch und die Mißhandlung von Kindern hat sich im Jahr 1997 im Vergleich zu 1996 fast verdoppelt. Das geht aus dem Tätigkeitsbericht der NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft hervor, der heute in St.Pölten vom NÖ Kinder- und Jugendanwalt, Hofrat Dr. Walther Launsky-Tieffenthal, präsentiert wurde. Von den 3.000 Anfragen 1996 und 1997 hätten 1996 59 Mißbrauch und Mißhandlung betroffen, 1997 seien es bereits 101 gewesen. "Nicht der Mißbrauch, sondern das Bewußtsein der Bevölkerung gegen Mißbrauch ist eindeutig gestiegen", begründet Launsky-Tieffenthal die Steigerung der Anfragen. Wichtiger Teil der Bewußtseinsbildung sei die Ausstellung "(K)ein sicherer Ort - Sexuelle Gewalt an Kindern" gewesen, die jeweils vier Wochen in Amstetten und Wiener Neustadt gezeigt wurde. Die Hauptaufgabe der NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft, die auch seit zwei Jahren eine Außenstelle in Baden hat, ist die Beratung und Information von Ratsuchenden bei Fragen der Obsorge, zu Erziehungsschwierigkeiten, zu strafrechtlichen Problemen von Jugendlichen und zu generellen Rechten von Kindern und Jugendlichen. Launsky-Tieffenthal: "Uns geht es darum, bessere Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Dazu gehört auch, Gesetzesbestimmungen zu begutachten und Anregungen für entsprechende Gesetze zu geben." So ist es der NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft auch zu verdanken, daß in Niederösterreich ein Drogenkoordinator für die Suchtprävention eingesetzt und ein eigenes Kinderschutzzentrum errichtet wurde. Wichtigste Forderungen für die Zukunft: Die Kinder- und Jugendanwaltschaft will den Opferschutz verstärken und einen NÖ Opferhilfefonds einrichten, aus dem therapeutische Hilfe finanziert wird.

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