Kinderschutzzentrum St.Pölten:

Anfragen betreffen vor allem sexuellen Mißbrauch

St.Pölten (NLK) - "Das Bewußtsein gegen sexuelle Gewalt und
Gewalt im Allgemeinen ist eindeutig gestiegen, die Gesellschaft ist für dieses ehemalige Tabuthema mehr sensibilisiert", betonte heute Dr. Christoph Thoma, Leiter des Kinderschutzzentrums in St.Pölten, das vom Verein "Die Möwe" betrieben wird. Allein im ersten Halbjahr 1998 hätte es dazu 55 Anfragen gegeben. Die anderen Anfragen betrafen beispielsweise Partnerschaftsprobleme, Erziehungsprobleme, sonstige psychische Probleme und rechtliche Fragen. Insgesamt hätten 200 Anrufer Rat und Hilfe gesucht, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 100 Prozent bedeutet. Die weitaus meisten Anfragen hätten leider die sexuelle Gewalt innerhalb der Familie betroffen. Thoma: "Es ist eindeutig, daß man innerhalb der Familie und auch im Umfeld bereit ist, sich der Tatsache zu stellen und nicht mehr wegzusehen." Hilfreich sei dabei auch, daß das Kinderschutzzentrum allen Betroffenen umfangreiche Unterstützung und Beratung zukommen lasse. In Therapien seien ungefähr 210 Kinder und Jugendliche sowie ihre Angehörigen betreut worden. Das Kinderschutzzentrum habe in der vergangenen Zeit intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben und zahlreiche Seminare zu sexuellem Mißbrauch abgehalten, die vom Land Niederösterreich gefördert wurden. "Im nächsten Jahr wird sich das Kinderschutzzentrum auch im Opferschutzbereich engagieren, was vor allem vor Gericht wichtig ist."

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