Phthalathältiges Babyspielzeug: Alleingang Österreichs

Verordnung soll in den nächsten Wochen in Kraft treten

Wien (PWK) - Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer hat ein Verbot für die Verwendung von Phthalaten (einer Gruppe von Weichmachern, die Kunststoffe geschmeidig macht) in gewissem Spielzeug für Kleinstkinder unterschrieben. Die Verordnung wird mit Anfang kommenden Jahres wirksam. In dieser EU-weit behandelten Thematik hat sich Österreich damit zu einem Alleingang entschlossen, der den jüngsten Empfehlungen der Kommission (die ein mögliches Verbot zuvor diskutiert und verworfen hatte) eindeutig widerspricht:
Die EU fordert die Mitgliedsstaaten auf, die Einhaltung der vom Wissenschaftlichen Komitee (CSTEE) festgesetzten Grenzwerte zu überwachen und an der gemeinsamen Erarbeitung von Testmethoden mitzuarbeiten. Die anderen EU-Länder wollen dem Vernehmen nach die Normierung der Testmethoden abwarten, bevor individuelle Regelungen getroffen werden - insbesonders, da die EU-Wissenschafter eindeutig festgehalten haben, daß bei Einhaltung der Grenzwerte keinerlei Bedenken gegen den Einsatz von Phthalaten in Babyspielzeug bestehen. ****

Die österreichische Entscheidung stellt den Spielzeughandel vor beträchtliche Probleme: Alternativen zu dem fraglichen Spielzeug (Beißringe und ähnliches) sind nicht leicht erhältlich und verhältnismäßig teuer. Man erhofft durch die übervorsichtige und weit über das Ziel schießende Maßnahme jedoch eine Entlastung der hierzulande stark emotionalisierten politischen Diskussion. Industrie und Handel erwarten, daß sich Österreich in der Folge wieder der harmonisierten Vorgangsweise Europas anschließen wird: Die Vorschläge der von der EU eingesetzten wissenschaftlichen Arbeitsgruppe sollen bereits im September dieses Jahres vorliegen.

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