Außenhandel mit Bulgarien "explodiert"

Maderthaner im November nach Sofia - Bulgarien strebt EU- Beitritt an - Wirtschaft und Politik stabilisieren sich

Wien (PWK) - Der österreichische Bulgarien-Export hat sich im ersten Jahresdrittel 1998 beinahe verdoppelt (Anstieg um 95 Prozent). Die Importe sind gleichzeitig um 47 Prozent gewachsen. "Auf das Gesamtjahr 1998 projiziert, würde das einen Rekordwert von über drei Mrd S für das bilaterale Handelsvolumen ergeben", errechnet Handelsdelegierter Günther Wurzer in Sofia. ****

Schon das Jahr 1997 hat für den österreichisch-bulgarischen Warentaustausch

einen starken Schub nach vorne gebracht: Österreichs Exporte stiegen auf 1,8 Mrd S an und übertrafen damit erstmals seit neun Jahren den Wert, den sie vor der Wende innehatten. Die Importe erzielten mit knapp einer Mrd S ihren bisher absoluten Höchststand.

Erfreulich ist, daß der Exportzuwachs fast alle Warengruppen betrifft, so Wurzer. Die stärksten Steigerungen seien bei Maschinen und Fahrzeugen (der weitaus wichtigsten österreichischen Exportposition für Bulgarien), bei chemischen Produkten (insbesondere Pharmazeutika, Kosmetika) und bei Ernährung festzustellen. Bei den Einfuhren stehen lohngefertigte Bekleidung sowie Motoren und Maschinen an der Spitze. Der Trend zur Lohnfertigung wird sich in Zukunft weiter verstärken, glaubt Wurzer.

Für die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Bulgarien sieht der Handelsdelegierte auch weiterhin gute Aussichten, zumal sich die wirtschaftliche und politische Situation in Bulgarien zunehmend stabilisiert, aber auch weil sich die österreichische Wirtschaft um diesen Markt verstärkt bemüht.

Mehr als 2000 heimische Firmen sind regelmäßig in Bulgarien tätig. Österreich ist der siebentgrößte Auslandsinvestor mit Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 660 Mio S und mehr als 260 Joint Ventures. Unter den Teilnehmern an internationalen Messen in Bulgarien liegt Österreich auf Platz zwei, unter den Reisezielen für bulgarische Touristen auf Platz drei.

"Einen wichtigen Beitrag für die Wirtschaftsbeziehungen leistet die Ausbildung bulgarischer Manager durch Österreich", betont der Bulgarienreferent der Wirtschaftskammer Österreich, Sepp Dabringer. Bisher hätten rund 7.500 bulgarische Wirtschaftsführungskräfte Kurse des österreichischen Wirtschaftsförderungsinstitutes absolviert. Anfang November wird im Beisein von WKÖ-Präsident Leopold Maderthaner in Sofia ein "WIFI Bulgarien" eröffnet werden.

"Bulgarien hat großes Interesse an einem Beitritt zur Europäischen Union und bereitet sich intensiv auf die Kandidatur vor", erklärt Dabringer. Durch die von der neuen Regierung gesetzten Stabilisierungsmaßnahmen sei es gelungen, die Inflation, die im Vorjahr noch fast 1000 Prozent betrug, auf 16 Prozent herabzudrücken. Für 1998 erwartet Bulgarien zum ersten Mal seit neun Jahren einen Anstieg des Bruttonationalproduktes. Die wirtschaftliche Konsolidierung wirke sich auch bereits positiv auf Kreditzusagen durch internationale Institutionen und die Weltbank aus.

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Dr. Sepp Dabringer

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