AK: Jetzt Lehrstellen schaffen - die Anreize dafür sind da

Wien (OTS) - Noch nie war es so leicht, Lehrlinge aufzunehmen

"Die Unternehmer müssen dafür sorgen, daß es im
Herbst genügend Lehrstellen gibt", fordert AK Direktor Georg Ziniel. Die seit 1997 geschaffenen Anreize würden es so einfach
wie noch nie machen, Lehrlinge aufzunehmen. Ein Beispiel:
Unternehmer können einen Steuerfreibetrag von 20.000 Schilling pro neu aufgenommenen Lehrling geltend machen. "Bei all den Anreizen gibt es keine Ausrede mehr", stellt Ziniel fest. Die AK fordert
die Unternehmer weiters auf, rasch die neuen Lehrberufe
anzubieten, die es seit Mai gibt. Außerdem ist das Wirtschaftsministerium aufgefordert, die von den Sozialpartnern im Juli einhellig beschlossenen acht neuen Lehrberufe endlich in Verordnungen umzusetzen. Nicht zuletzt sollten jene Beitriebe, die eine Ausbildungsberechtigung erwerben, tatsächlich auch Lehrlinge aufnehmen. Allein in Wien bekommen pro Jahr rund 600 Unternehmen eine Ausbildungsgenehmigung, aber nur wenige nehmen dann wirklich junge Lehrstellensuchende auf, kritisiert die AK.

Seit 1997 (und zuletzt im Juli 1998) sind laufend Maßnahmen getroffen worden, die die Lehrausbildung für die Betriebe so
billig und unkompliziert wie noch nie machen, nämlich:
-Lehrbetriebe zahlen keinen Unternehmerbeitrag mehr zur Krankenversicherung ihrer Lehrlinge.
-Das Alter, bis zu dem besondere Schutzvorschriften gelten, ist
von 19 auf 18 gesenkt worden.
-Im Handel dürfen Jugendlich jetzt auch am Samstag bis 17 Uhr beschäftigt werden.
-Die Probezeit dauert um zwei Wochen länger, wenn ein Lehrling gleich zu Beginn für längere Zeit in die Berufsschule muß.
-Die Ausbilderprüfung kann jetzt auch durch einen 40stündigen Kurs ersetzt werden. Außerdem gibt es nun Berufe, bei denen keine Prüfung notwendig ist, um eine Ausbilderqualifikation zu erhalten. -Unternehmer können pro neu aufgenommenen Lehrling einen Steuerfreibetrag von 20.000 Schilling geltend machen.
-Unternehmer zahlen für ihre Lehrlinge keinen Beitrag zur Unfallversicherung.
-Neue Programme des AMS (Arbeitsmarktservice) gewähren direkte finanzielle Förderungen (zwischen 3.000 und 4.000 Schilling pro Lehrstelle und Monat, wenn die Lehrstelle mit benachteiligten Jugendlichen oder Mädchen in Männerberufen besetzt wird).

All diese Erleichterungen, so AK Direktor Ziniel, sollten sich im Herbst in genügend Lehrstellen niederschlagen. Weitere Zugeständnisse an die Unternehmer können von der AK und den Gewerkschaften aber nicht mehr hingenommen werden. Jetzt liege die Verantwortung allein auf Seiten der Unternehmer, denn Ausreden ("Lehrlinge sind zu teuer, zu geschützt") gebe es jetzt nicht
mehr.

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