Österreichs Handelsbilanz mit Belgien verbessert

1. Trimester 1998: Exporte um fast 10 Prozent zugelegt - Kronprinz Philippe von Belgien im September bei Maderthaner

Wien (PWK) - "Die österreichische Handelsbilanz mit Belgien und Luxemburg konnte heuer im ersten Jahresdrittel verringert werden", meldet der zuständige Länderreferent Ernst Huber von der Wirtschaftskammer Österreich. "Die heimischen Lieferungen nach Belgien stiegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 9,8 Prozent auf 3,3 Mrd Schilling. Die Einfuhren belgischer Waren nach Österreich stagnierten heuer in den ersten Monaten bei rund 4,9 Mrd Schilling (+0,4 Prozent)". ****

Diese Entwicklung spiegelt den generellen Trend des belgischen Außenhandels für heuer wider, der 1998 voraussichtlich zum ersten Mal seit vielen Jahren ein stärkeres Wachstum der Importe (+5,8 Prozent) gegenüber den Exporten (+5,4 Prozent) verzeichnen wird, schätzt Huber. Als Grund dafür sei in erster Linie die Wirtschaftskrise in Asien verantwortlich. Der asiatische Raum stellt für Belgien einen nicht unwesentlichen Absatzmarkt dar.

Österreich konnte heuer von Jänner bis April vor allem seinen Lieferumfang im Bereich 'Maschinen und Fahrzeuge' weiter ausbauen. "Dies ist der größte Sektor im österreichisch-belgischen Außenhandel und wuchs von Seiten Österreichs in den ersten vier Monaten um 14 Prozent auf 1,4 Mrd Schilling", berichtet Huber. Weitere wichtige heimische Exportwaren nach Belgien sind Papier und Pappe, Eisen und Stahl, Textilien sowie chemische Erzeugnisse. Importseitig gelangen neben der Hauptgruppe Maschinen und Fahrzeuge auch Chemieprodukte, Teppiche sowie Metallwaren nach Österreich, 1997 im Wert von 18,9 Mrd Schilling.

Die engen Beziehungen dieser beiden kleinen EU-Staaten und künftigen Euro-Länder spiegeln sich unter anderem auch in den Österreich-Besuchen des belgischen Königshauses wider. Besuchte letztes Jahr König Albert II. Österreich, wird heuer am 22. September Kronprinz Philippe von Belgien mit einer Wirtschaftsdelegation in der Wirtschaftskammer Österreich empfangen. Er wird mit Präsident Leopold Maderthaner zusammentreffen und das Belgien-Seminar, in dessen Rahmen auch zahlreiche Firmengespräche stattfinden werden, in der WKÖ eröffnen. Nächstes Jahr wird sich Österreich als Wirtschaftsstandort in Belgien mit einer Wirtschaftsdelegation präsentieren.

Belgien dient mit der weltweit höchsten Exportquote, die gemessen am BIP fast zwei Drittel beträgt, sicherlich als Vorbild für Österreich. Wie für Österreich ist auch für Belgien die EU und insbesondere Deutschland wichtigster Handelspartner. Die Bemühungen Österreichs in die Fußstapfen Belgiens zu treten, zeigen sich nicht zuletzt in der von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Exportoffensive. Durch den wahren Exportboom der österreichischen Wirtschaft konnte die österreichische Exportquote 1997 auf 28,5 Prozent des BIP erhöht werden. "Die ausgesprochen hohe Exportquote Belgiens ist allerdings nicht direkt mit der österreichischen vergleichbar, da die Liefererfolge Belgiens zu einem Großteil auf 'intercompany-trading' zurückzuführen sind. Große Mutterkonzerne in Belgien beliefern ihre zahlreichen Tochterfirmen in aller Welt", erklärt Handelsdelegierter Gustav Gressel.

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