Carnuntum-Wahrzeichen Heidentor eingerüstet

Schlechter Bauzustand macht Sanierung erforderlich

St.Pölten (NLK) - Das Heidentor, mächtiges Wahrzeichen der Überreste des römischen Carnuntum, präsentiert sich derzeit von einem Gerüst umgeben. Der Bauzustand verschlechterte sich in letzter Zeit derart, daß eine fachgerechte Wiederherstellung geboten scheint. Bereits im Vorjahr wurde ein Bausachverständigengutachten eingeholt, das eine umfassende Gesamtrestaurierung nach international gültigen Maßstäben der archäologischen Baudenkmalpflege empfahl. Schon durchgeführt wurden infrastrukturelle Maßnahmen wie die Neuvermessung des Ruinengrundstückes, die Herstellung eines Stromanschlusses und der Bau eines Brunnens. Im Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt wurde eine Planung erstellt. Darin ist eine "steingetreue" Bauaufnahme der Anlage ebenso vorgesehen wie eine genaue Analyse des verwendeten Materials. Das Ruinengrundstück wird geophysikalisch vermessen, die gesamte Anlage "ausgrabungswissenschaftlich" untersucht. Das bedeutet, daß man durch archäologische Grabungen der Enträtselung der Geheimnisse des Heidentores näherkommen will, denn bis heute ist der Zweck dieses Bauwerkes unbekannt. Nach einer statistischen Untersuchung der vier Pfeilerelemente und einem umfassenden Untersuchungsbericht wird die genaue Vorgangsweise bei der Restaurierung mit der Denkmalbehörde akkordiert. Diese soll bis zum Jahr 2001 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten werden auf rund 15 Millionen Schilling geschätzt.

Die Forschung beschäftigte sich bereits sehr früh mit dem Heidentor. Der Name geht auf den Gelehrten Wolfgang Lazius zurück, der im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts von einem "heidnischen Stadttor" sprach und am Wiener Hof die Erforschung Carnuntums in Gang setzte. Bereits damals stand nur mehr das westliche Pfeilerpaar mit dem Ziegelbogen. Die beiden östlichen Pfeiler und ein verbindendes Kreuzgewölbe wurden schon früher demoliert. Die Fachleute rätseln über die Funktion der Architektur, da Zusammenhänge mit der Topographie Carnuntums kaum erkennbar sind. Das Bauwerk wurde zum Wahrzeichen Carnuntums und regte Künstler, Erzähler und Forscher zur bildlichen Darstellung und zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung an. Die Marktgemeinde Petronell-Carnuntum trägt das Heidentor in ihrem Wappen. Die letzte Restaurierungsaktion fand 1907 statt, als das Ruinengrundstück von der Gemeinde ins Eigentum des Landes Niederösterreich übertragen wurde.

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