Volksanwältin Korosec: Doppelt benachteiligt!

Kritik an der Studienbeihilfenbehörde, Stipendienstelle Wien

Wien (OTS) - Waisen haben´s schwer. Nicht nur, daß sie der elterlichen Geborgenheit und Zuneigung entbehren müssen. Wollen
sie studieren, werden sie auch finanziell benachteiligt. Zu
Unrecht, wie Volksanwältin Ingrid Korosec bereits einmal feststellen mußte und eine Änderung der Auslegung des Studienförderungsgesetzes erwirkte. Erneut stellt sich Volksanwältin Korosec nunmehr in den Dienst einer sozial bedürftigen Studentin.****

Schicksalhaft

Es ist diesmal eine kinderreiche Familie aus dem Salzburgerischen, die zu Beginn der 90-Jahre durch das jähe
Ableben beider Elternteile getroffen wurde. Sechs Schwestern sind es. Fünf blieben in Salzburg. Sie gründeten in unmittelbarer Nähe des elterlichen Wohnhauses ihre Familien. Die Sechste zog es nach Wien. Ein Zimmer hat sie hier, gerade zum Übernachten, gilt es doch, das Studium raschestmöglich zum Abschluß zu bringen. Freizeitvergnügen gibt es in der Großstadt keines. Denn jede freie Minute verbringt die heute 26-jährige bei ihren Geschwistern. Dort hilft sie im Haushalt und betreut auch mal die Kinder. Familie, so spürt man, ist ihr wichtig. Seit dem Tod der Eltern hat die älteste Schwester die Rolle des Familienoberhauptes übernommen. "Sie ist da irgendwie ganz selbstverständlich hineingewachsen.
Auch private Sorgen" - so die junge Salzburgerin weiter - "kann
man mit ihr besprechen".

Fahrtkostenzuschuß abgelehnt!

Bislang, so berichtet sie weiter, habe sie sich auch die regelmäßigen Heimfahrten nach Salzburg leisten können. Der Fahrtkostenzuschuß deckte zumindest einen Teil der Auslagen ab.
Als sie allerdings im vergangenen Jahr erneut um Studienbeihilfe ansuchte, habe man ihr bei der Studienbeihilfenbehörde, Stipendienstelle Wien, gesagt, daß damit jetzt Schluß sei. Denn der Fahrtkostenzuschuß sei eine Unterstützung, damit man seine Eltern besuchen könne. Wer aber keine Eltern habe, der benötige auch keinen Fahrtkostenzuschuß. So wolle es das Gesetz. Und damit basta.

...Volksanwältin Ingrid Korosec kann sich dieser Rechtsmeinung so nicht anschließen und hat umgehend Hilfe zugesagt.

Volksanwältin Korosec: "Sparmaßnahmen nicht zu Lasten sozial Bedürftiger!"

"Abgesehen davon, daß das Gesetz aus gutem Grund Vollwaisen nicht ausdrücklich von der Gewährung eines Fahrtkostenzuschusses ausnimmt, bleibt zu prüfen" - so Korosec - "weshalb die familiäre Bindung eines vom Leben ohnedies nicht bevorzugten Menschen zu seinen Geschwistern nicht im gleichen Maße förderungswürdig sein soll, wie das Aufrechterhalten einer Beziehung zu leiblichen Eltern". Eine derzeit zur Beantwortung anstehende Anfrage beim Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr soll Klarheit bringen. "Ich bin jedenfalls zuversichtlich, daß sich ein Weg für eine menschliche Vollziehung findet", meint Volksanwältin Korosec abschließend. "Eine Änderung des Studienförderungsgesetzes scheint dafür wahrlich nicht notwendig!"

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VA Ingrid Korosec
Singerstraße 17
1015 Wien
Tel.: (01) 515 05/131

Volksanwaltschaft

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