Österreich in der EU: Wirtschaft zieht positive 3 Jahres-Bilanz

Ertl: Prognosen der Skeptiker sind nicht eingetroffen - EU-Präsidentschaft bietet Österreich große Chancen für Inputs

Wien (PWK) - Dreieinhalb Jahre sind seit Österreichs Beitritt zur Europäischen Union vergangen. Die österreichische Wirtschaft ist mit den bisherigen Entwicklungen zufrieden. "Die von Skeptikern vorgebrachten Negativ-Szenarien sind nicht eingetroffen, das Wirtschaftswachstum, der Außenhandel, die Produktivität der Industrie etc. verzeichnen Steigerungen. Es hat in Österreich ein Umdenkprozeß begonnen und veraltete Strukturen konnten durch den Beitritt um ein Vielfaches rascher aufgebrochen werden als dies ohne EU-Mitgliedschaft möglich gewesen wäre", resümiert Walter Ertl, Leiter der Abteilung für Integrations- und Handelspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, vor Journalisten. ****

Gleichzeitig sprach sich der EU-Experte für eine aktive Rolle Österreichs im Rahmen der kürzlich begonnen ersten EU-Präsidentschaft aus. "Gewiß müssen wir auf der einen Seite ein neutraler Makler der verschiedenen Interessen der Mitgliedstaaten sein, auf der anderen Seite dürfen wir jedoch nicht verabsäumen, weiter auch die nationalen Anliegen Österreichs entsprechend zu vertreten". Der Ratsvorsitz räume Österreich dabei besondere Möglichkeiten ein, den eigenen Vorschlägen entsprechend Raum und Gehör zu verschaffen.

Ertl strich die spezielle Bedeutung der über 80 Handelsdelegierten der Wirtschaftskammer Österreich hervor, die in ihren Einsatzländern in aller Welt während der Zeit der Präsidentschaft federführend die EU in allen wirtschafts- und handelspolitischen Agenden vertreten. Als Schwerpunkt-Themen für das nächste halbe Jahr während des EU-Vorsitzes sieht die Wirtschaftskammer Österreich vor allem die Umsetzung des Beschäftigungskonzeptes der EU, die reibungslose Einführung der gemeinsamen Europa-Währung, das sinnvolle Fortschreiten der EU-internen Reformen (Agenda 2000), die Verwirklichung des Binnenmarktes sowie den EU-Erweiterungsprozeß. "Einige wichtige Kapitel für die Osterweiterung sollten unter Österreichs Vorsitz abgeschlossen werden, damit - nicht zuletzt aus psychologischen Gründen - die erste Verhandlungsrunde bald begonnen werden kann", hofft Ertl.

Zwischenbilanz zog Ertl für die Zeit Österreichs als EU-Mitglied u.a. auch in Bezug auf die Ausländer-Beschäftigung: "Von einer Überflutung durch Arbeitnehmer aus anderen Mitgliedstaaten kann keine Rede sein. Die Zahl der Beschäftigten EWR- und EU-Staatsbürger hat sich seit 1994 nur um 5.519 erhöht. Gemessen an den über 3 Mio unselbständig Beschäftigten liegt deren Anteil derzeit bei rund 0,8 Prozent".

Österreichs Exporte haben seit dem EU-Beitritt rasante Steigerungen verzeichnet. Die günstige Entwicklung sei insbesondere auf den Handel mit Staaten außerhalb der EU zurückzuführen, führte Ertl aus. "Es macht sich allerdings auch im Handel mit den EU-Staaten eine Tendenz bemerkbar, wonach die österreichischen Ausfuhren zunehmend kräftiger steigen als die Einfuhren. Von Jänner bis April 1998 nahmen die österreichischen Ausfuhren in die EU um 11,1 Prozent auf 160,4 Mrd Schilling zu, während die Einfuhren nur um 6,7 Prozent auf 190,7 Mrd Schilling anstiegen", präsentierte Ertl die neuesten Außenhandelszahlen.

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Dr. Walter Ertl

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