Kardinal König contra Nitsch-Spektakel

Wien (OTS) - Das blutige Spektakel des Hermann Nitsch rückt
näher. In knapp einer Woche wird der erste von drei Stieren im Rahmen des sogenannten Orgien Mysterien Theater (OMT) geschlachtet werden. Sein Blut wird verspritzt und vergossen, seine Eingeweide werden zertrampelt. so sieht es zumindest das offizielle Programm des "Sechstagespiel" vor. Was wie ein schwarz-magisches Ritual anmutet, läuft hochoffiziell unter "Freiheit der Kunst". Nun versicherte der Alterzbischof von Wien, Franz Kardinal König, dem Präsidenten des Tierhilfswerk Austria (THWA), Christian Janatsch, seine Unterstützung gegen die Abhaltung dieses "Mordsspektakels".

Anbei der vorangegangene Brief an Kardinal JKönig

Sehr geehrter Herr Kardinal"!

Gestatten Sie mir, daß ich mich im Namen meiner Tierschutzorganisation Tierhilfswerk Austria (THWA) an Sie wende. Es geht mir um eine Sache, die eigentlich jeden normal empfindenden Bürger und Katholiken mit Abscheu, Ekel und Fassungslosigkeit erfüllen muß.

Ich spreche von dem Vorhaben des allseits verhätschelten, zum Kultkünstler hochgejubelten Aktionisten Hermann Nitsch, sattsam bekannt durch seine "Blutschüttbilder" und ähnlich degoutanten Produktionen. Wenn auch die Freiheit der Kunst mir, als Sohn des Kammerschauspielers Helmut Janatsch, als durchaus schützenswerte Errungenschaft unserer Gesellschaft erscheint, bin ich doch der Meinung, daß es Grenzen geben muß. Grenzen, die durch das "Sechstagespiel" des Herrn Nitsch nicht nur überschritten, sondern mit Füßen getreten und verhöhnt werden.

Kunst muß meiner Ansicht nach dort aufhören, wo ethische und humane Grundsätze verletzt werden. Schauschlachtugen, Zertrampelung von Gedärmen, Fäkalienorgien und was weiß ich noch alles, stellen eine völlig unnötige Auslöschung tierischen Lebens dar und verletzten menschliche und tierische Würde auf das Gröbste.

Die Aufforderung sich sinnlos zu betrinken ist auch ein Fußtritt gegen die Volksgesundheit. Ich bitte Sie um eine Stellungnahme, da ich nicht glaube, daß die katholische Kirche in die allgemeine vorauseilende Lobhudelei um diesen Herren mit einstimmt.

Die Antworten unserer diversen Politiker lassen mich nicht hoffen, etwas verhindern zu können, aber stillschweigend hinnehmen sollte gerade die katholsche Gemeinschaft, wie ich glaube, dieses verabscheuungswürdige Spektakel doch nicht.

Ich erlaube mir die "Eroberung von Jersualem" in kopierter Anlage beizulegen. Sie zeichnet ein sehr bezeichnendens Bild des Verfassers. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Kirche dazu schweigt. Gerade angesichts des unmitelbar bevorstehenden Besuches des Heiligen Vaters sollte, wie ich glaube, die katholische Kirche, solche ekelerregende Blasphemie nicht unkommentiert lassen. Ich habe mir erlaubt, auch alle anderen bischöflichen Eminzen in dieser Sache anzuschreiben. Die erste Antwort, vom Erzbischof von Salzburg Dr. Georg Eder erlaube ich mir ebenfalls in kopierter Anlage beizulegen.

Ich würde mich sehr freuen, in irgendeiner Form von Ihnen zu hören und verbleibe mit dem Audruck meiner Hochachtung, Ihr, Christian Janatsch, Präsident THWA

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Mag. Alexander Willer

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