Continental AG: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung

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CONTINENTAL KAUFT DEN PRODUKTBEREICH 'BREMSE UND CHASSIS' VON ITT INDUSTRIES

Ein historischer Meilenstein auf dem Weg zum Systemlieferanten fuer die weltweite Kfz-Industrie

1. Fakten zum Kauf

Die Continental AG, Hannover, Deutschland, hat mit der ITT Industries Inc., White Plains, USA, einen Vertrag ueber den Erwerb des Teilbereichs 'ITT Automotive Brake and Chassis' (B&C - Bremsen und Chassis) unter- zeichnet. Der Kaufpreis belaeuft sich auf 1,93 Mrd US-Dollar (3,47 Mrd DM)*. Der Vertragsabschluss bedarf noch der Zustimmung der zustaendigen Kartell- behoerden.

Zur Finanzierung plant die Continental AG eine Eigenkapitalerhoehung in Hoehe von ca. 20 % des Kaufpreises und die Aufnahme langfristigen Fremdkapitals (Wandelanleihe, langfristige Anleihe/Kredite) in Hoehe von ca. 60 % des Kaufpreises. Die restlichen 20 % werden weitestgehend durch den Einsatz liquider Mittel bereitgestellt.

2. Das Unternehmen: ITT Automotive B&C

ITT Automotive B&C mit Firmensitz in Frankfurt/Main, Deutschland, ist ein weltweit anerkannter Systempartner der Automobilindustrie fuer Bremsen und Fahrwerksregelsysteme. Von 3,8 Mrd DM Gesamtumsatz werden rund 3,3 Mrd DM direkt mit der Kraftfahrzeugindustrie erzielt. Alle bedeutenden Automobil-hersteller gehoeren zum Kundenkreis. Das Ersatzgeschaeft macht knapp 10 % des Gesamtumsatzes aus. Bei Scheibenbremsen haelt das Unternehmen die Position Nr. 1 weltweit und bei Antiblockiersystemen (ABS) und Bremskraft- verstaerkern die Position Nr. 2. Ausserdem gehoeren Antriebsschlupfregelungen (ASR) und Elektronische Stabilisierungs-Programme (ESP) zum Entwicklungs- und Lieferprogramm. Rund die Haelfte des Umsatzes macht das Geschaeft mit ABS, ASR und ESP bei einem Marktanteil weltweit von 26 % und in Europa von 39 % aus. Bei der Scheibenbremse (30 % des Umsatzes) liegen die Anteile bei 18 % bzw. 35 %. ITT Automotive B&C erzielt 63 % des Gesamtumsatzes in Europa, 25 % in Nordamerika, 7 % in Suedamerika und 5 % der Verkaeufe gehen nach Asien. * 1 USD = 1,80 DM

Der Bereich beschaeftigt 10 775 Mitarbeiter. Kern des Unternehmens ist die ehemalige Alfred Teves GmbH, Frankfurt. Modernste Fertigungsstaetten mit geringer Fertigungstiefe in Europa, Suedamerika und den USA beschaeftigen 51 % der Mitarbeiter in Deutschland, 23 % in Europa, 15 % in Nordamerika und 11 % in Suedamerika. Es sind insgesamt 16 Werke, zu denen noch Joint Ventures in Spanien und Japan sowie Entwicklungszentren in Frankfurt und Detroit hinzukommen. Spitzenkompetenz ist im High-Tech-Elektronik- Software-Entwicklungsbereich mit 110 Mitarbeitern vorhanden; zwei Test- strecken in Michigan und Schweden werden von der Automobilindustrie hoch eingeschaetzt. Der leistungsfaehige Elektronik-Hard- und Software- Entwicklungsbereich verfuegt ueber starke Partnerschaften zur fuehrenden Elektronikindustrie (Motorola, Philips, Siemens, Temic, Texas Instruments). 1998 wird ein Umsatz von rund 3,8 Mrd DM bei einem EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) von 12,7 % vom Umsatz erwartet. "Es ist unser erklaertes Ziel, dieses Unternehmen im Ertrag zu stärken. Die technologischen und kommerziellen Potentiale sind einfach da; wir erschliessen sie", sagte Dr. Hubertus von Gruenberg, Vorstands-vorsitzender der Continental AG.

3.Continental und ITT Automotive B&C passen gut zusammen

Die Uebernahme von ITT Automotive B&C ist fuer Continental ein historischer Meilenstein auf dem Weg, zu einem der fuehrenden Technologie- und System- lieferanten der Kraftfahrzeugindustrie zu werden. Die ersten positiven Stellungnahmen der grossen Kunden sind eine Bestaetigung des eingeschlagenen Weges. Damit werden sich Selbstverstaendnis und Image des Konzerns vom Reifen- zum Systemzulieferer schneller wandeln. Dr. von Gruenberg: "Es ist abzusehen, dass das elektronisch geregelte Fahrwerk in Zukunft als Systemeinheit gesehen wird. Die technologische Nachbarschaft von ITT Automotive B&C zu dem 1994 gegruendeten Konzernbereich Continental Automotive Systems sowie zu den beiden Kernkompetenzen Reifen und Technische Produkte bietet die Chance fuer profitables Wachstum durch

Ausschoepfen von Synergien und Technologie".

Folgende Schwerpunkt-Entwicklungen hat Continental auf diesem Feld in Arbeit:

* Seitenwandtorsion-Sensorsystem "SWT", 'der intelligente Reifen'

* Reifendruck-Kontrollsystem

* Elektronische Regelung von Fahrwerken

* Elektromechanisches Bremssystem

* Aktive und passive Akustiksysteme zur Schallreduzierung

* ISAD-System 'Integrierter Starter-Alternator-Daempfer'

Fuer die zunehmende elektronische Regelung des Fahrwerks (ABS, ASR, ESP) ist der Reifen als Bindeglied zwischen Fahrbahn und Fahrwerk wichtig. Die Nutzung des Reifens nicht nur zur Kraftuebertragung, sondern als 'Informationsgeber' ergibt einen deutlichen technischen Vorsprung. Er wird verstaerkt durch die Buendelung der Synergien aus der Reifentechnologie, Schwingungstechnik, Akustik, elektronischen Reglern und Sensorik beider Unternehmen. Der direkte Zugriff auf die Entwicklungskapazitaet fuer Elektronik und Sensorik beschleunigt die Einfuehrung des 'intelligenten Reifens'. Der Reifen mit Sensorfunktion wird integraler Bestandteil von Fahrwerksregelsystemen wie ABS, ASR und ESP. "Wir werden uns um das ESP-System ganz intensiv kuemmern und erwarten dort ueberproportionale Ertragschancen", sagte Dr. von Gruenberg. Auch fuer Reifen- Notlaufsysteme und elektronisch geregelte Motorlager spielen Elektronik und Sensorik von ITT Automotive B&C eine Rolle.

Bei einem Gesamtumsatz von 16 Mrd DM ergibt sich ein Umsatzvolumen von rd. 7 Mrd DM mit der Automobilindustrie weltweit, wodurch Continental seine Position als 'Lieferant ersten Ranges' und Entwicklungspartner staerkt. Es wird zukuenftig ein deutlicher Wettbewerbsvorteil mit einem hoeheren Ertragspotential durch die in der Form einzigartige Kombination von Reifen mit Bremsen- und Chassis-Elektronik erwartet. Die Akzeptanz durch Systemkompetenz bei den Fahrzeugherstellern weltweit wird zunehmen. Die Kerngeschaefte Reifen und Technische Produkte von Continental werden gefestigt und ein 'Ausbruch' aus der Nr. 4 Position im weltweiten Reifengeschaeft durch Differenzierung hin zur Fahrwerkskompetenz erreicht. Die bisher geringe Praesenz von Continental ausserhalb Europas und Nordamerikas wird sich nun verbessern.

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