Positive Aussichten für Lehrlingsausbildung in Österreich

Deutsche Untersuchungen bestätigen österreichische Entwicklung

PWK - "Die Aussichten für eine positive Entwicklung der Lehrlingsausbildung sind gut, da jüngste deutsche Untersuchungen und Erfahrungen durchaus auf Österreich übertragen werden können. Voraussetzung wäre, die Lehrlingsausbildung aus parteipolitischer und rein ideologischer Diskussion herauszuhalten", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich fest. "Wenn es den Gewerkschaften wirklich ernst mit dem Anliegen ist, jedem Jugendlichen einen seinen Eignungen und Neigungen entsprechenden Ausbildungsplatz zu verschaffen, müßten im Bereich der Vorlehre rasch geeignete Voraussetzungen geschaffen werden", so Piskaty. ****

Zu einer Versachlichung einer oft emotionalen Diskussion über das Ausbildungsverhalten der Betriebe könnten neueste Erkenntnisse des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg führen. Sie zeigen, daß der Großteil der ausbildungsbefähigten Betriebe auch Lehrlinge ausbildet. Jene Betriebe, die ausbildungsabstinent sind, haben meistens auch nicht die Voraussetzungen für eine Lehrlingsausbildung. So zeigt die Studie des IAB für die westdeutschen Betriebe, daß bei den Betrieben mit über 50 Beschäftigten zwei Drittel ausbilden. 15 Prozent dieser Betriebe sind befähigt, bilden aber nicht aus und 20 Prozent weisen keine Ausbildungsbefähigung auf. Bei den Kleinstbetrieben bildet ein Viertel aus, ein weiteres Viertel könnte ausbilden, ist im Moment aber nicht aktiv, während die Hälfte aller Betriebe zur Ausbildung gar nicht befähigt ist.

Die Studie kommt auch zu interessanten Ergebnissen über die Ausbildungshemmnisse. Die Ausbildungskosten, aber auch der Umstand, ausgebildete Fachkräfte nach Ende der Lehrzeit nicht übernehmen zu können, da kein betrieblicher Bedarf besteht, stehen an der Spitze der Hinderungsgründe. Daß die Ausbildung zu viele Probleme verursacht bzw daß es keine geeigneten Bewerber trotz Jugendarbeitslosigkeit gibt, sind weitere beachtliche Gründe mit 14 Prozent. Der Großteil der deutschen Betriebe will auch in den nächsten Jahren die Lehrlingsausbildung beibehalten und zahlenmäßig gleichhalten. Rund 10 Prozent denken an eine Ausweitung, 7 Prozent an eine Einschränkung der Lehrlingsausbildung. Weitere 7 Prozent hatten 1997 die Ausbildung erstmals aufgenommen und nur 4 Prozent ganz eingestellt.

Wichtig sind auch Strategien zur Modernisierung der Ausbildung, vor allem die Schaffung neuer Berufe. Mit neuen Lehrberufen werden zum Teil völlig neue Beschäftigungsbereiche und Tätigkeitsfelder eröffnet etwa im Bereich der neuen Medien und der EDV. Zusätzlich werden neue Schnittstellenberufe zwischen technischem und kaufmännischem Bereich entwickelt bzw das Berufsspektrum einer Branche neu geordnet.

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Dr. Georg Piskaty

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