Elektroindustrie kämpft mit rückläufigen Umsätzen im 1. Halbjahr

Energietechnik, Verkehrtstechnik und Kabelerzeuger betroffen Exportsituation jedoch immer noch gut

Wien (PWK) - Die Einschätzungen der Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie zur konjunkturellen Lage haben sich im Laufe der letzten Monate ein wenig eingetrübt: ,Die weitgehend vom Ersatzbedarf geprägten Inlandsmärkte sind in der Regel von stagnierenden bis rückläufigen Umsätzen gekennzeichnet", klagt Dr. Raschka, Geschäftsführer des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). ****

Größere Einbußen im Inlandsgeschäft mußten vor allem die Erzeuger von Investitionsgütern in der Energieerzeugung, Verkehrstechnik und Kabelindustrie hinnehmen. Dagegen war u.a. im Bereich der privaten und öffentlichen Kommunikationsnetze eine leichte Belebung der inländischen Investionsgüternachfrage zu verzeichnen.

Im ersten Halbjahr des Jahres 1998 war der Aufschwung der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie stark exportlastig. Die Exportsituation wird von den Unternehmern generell als immer noch gut und leicht ansteigend beschrieben. Vor allem der europäische Raum ist im Branchendurchschnitt für die österreichischen Exporteure der Elektro- und Elektronikindustrie von einer günstigen Nachfrageentwicklung gekennzeichnet.

Die Krisensituation in Asien führte jedoch zu einem gedämpfteren Exportgeschäft als erwartet. Die österreichischen Exporteure hatten in den asiatischen Staaten gerade im Hinblick auf das Neugeschäft in den Bereichen Telekommunikations-, Energie- und Verkehrstechnik Probleme, während die meisten laufenden Projekte zum Teil fortgesetzt oder zum Teil nur zeitlich gestreckt wurden.

In einzelnen Produktbereichen, wie z.B. im Halbleiterbereich, in der Unterhaltungselektronik und Informationstechnik, wird die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie von der asiatischen Konkurrenz sogar massiv bedrängt. Mit dem Währungsverfall haben die überlebenden asiatischen Unternehmen weltweit gegenüber allen Konkurrenten erhebliche preisliche Vorteile gewonnen und sind angesichts des Zusammenbruchs ihrer inländischen Märkte noch verstärkt auf den Export angewiesen. Massive Preisunterbietungsstrategien sind die Folge.

Auch die Produktion entwickelte sich im 1. Halbjahr 1998 insgesamt positiv und wird im Branchendurchschnitt als leicht ansteigend beschrieben. Bei der Betrachtung der Umsatzentwicklung fällt in diesem Zusammenhang jedoch insbesondere auf, daß es nach wie vor nicht gelungen ist, den Preisverfall zu stoppen. Trotz guter Auftragslage ist sogar noch ein weiteres Absinken der Preise zu befürchten.

Nach wie vor herrscht ein großer Kostendruck. Ganz besonders werden in diesem Zusammenhang z.B. die hohen Lohnnebenkosten in Österreich beklagt. Durch weitere Rationalisierungen und einer laufenden Verbesserung der Produktionsabläufe wird jedoch von den Unternehmen versucht, die Preissenkungen und den hohen Kostendruck zu kompensieren.

Trotz des leicht steigenden Auftragseinganges ist im Branchendurchschnitt leider aufgrund von Strukturbereinigungen, Out-sourcing und notwendigen Produktivitätsverbesserungen, um dem zunehmenden Preis- und Kostendruck zu begegnen, eine stagnierende bis leicht fallende Beschäftigung zu verzeichnen.

Bei den Investitionen ist trotz der günstigen Zinssituation eher eine Zurückhaltung feststellbar. Von manchen Unternehmen werden sogar nur die notwendigen Ersatzinvestitionen getätigt. Als Grund dafür wird die instabile Marktlage (z.B. Asienkrise) angeführt.

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und Elektronikindustrie
Dr. Heinz Raschka
Tel. (01) 588 39 DW 12

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