Leica Camera AG : Paragraph 15 WpHG-Mitteilung

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Leica Camera AG: Befriedigender Start in das neue Geschäftsjahr

Mit einem verbesserten Betriebsergebnis und einem Umsatz, der Anschluß an die Zahlen vor der Asienkrise findet, hatte der Leica Camera Konzern einen befriedigenden Start in das neue Geschäftsjahr. Mit einem Umsatz von 58,8 Mio DM wurde der Wert des Vorjahresquartals von 59,4 Mio DM nahezu wieder erreicht. Die strategischen Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Neuausrichtung der Gruppe zeigten ihre ersten Wirkungen. Das Betriebsergebnis im ersten Quartal (1. April bis 30. Juni) konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Mio DM auf plus 0,9 Mio DM gesteigert werden.

Auch der Umsatz der Marke Minox hat sich in dem ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres positiv entwickelt. Erstmals weist dieses Geschäft in einem Quartal ein ausgeglichenes Betriebsergebnis auf.

Das Geschäftsjahr 1997/98 (31.3.) ist für die Leica Camera AG, Solms, und ihre Aktionäre insgesamt enttäuschend verlaufen. Im zweiten Geschäftsjahr nach dem Börsengang hatte sich das Unternehmen auf ein deutliches Wachstum eingerichtet und hierfür auch die entsprechenden Kapazitäten aufgebaut. Zum Jahresende wurde jedoch nur ein moderates Wachstum von 4% erreicht, da das Unternehmen den Umsatz- und Ertragsrückgang auf den Märkten südostasiens trotz erfolgreicher Arbeit auf den übrigen Kontinenten nicht ausgleichen konnte. Der Vorstand hat den Bilanzverlust der Leica Camera AG mit den Gewinn- und Kapitalrücklagen verrechnet. Ein Vorschlag zur Dividendenzahlung kann damit für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht gemacht werden.

Für das laufende Geschäftsjahr 1998/99 erwartet das Unternehmen einen deutlichen Jahresüberschuß, der Anschluß an die Geschäftsjahre vor 1997/98 findet. Um dies zu gewährleisten, wurden verschiedene strategische Maßnahmen beschlossen. Die Planungsgenauigkeit wird durch neue Informationssysteme erhöht, und eine stärkere Konzentration auf die Kernkompetenzen ist geplant.

Weiterhin wurden Maßnahmen beschlossen, die zu optimistisch angelegte Ausweitung der Kapazitäten wieder zurückzufahren. Ein Abbau von Fixkosten, der Personalreduzierungen einschließt, hat langfristig ein jährliches Potential von 3 Mio DM.

In Berichtsjahr 1997/98 erhöhte sich der Umsatz der Leica Camera Gruppe von im Vorjahr 265,8 Mio DM auf 276,5 Mio DM. Dieser Zuwachs von 10,7 Mio DM oder 4,0% realisierte lediglich gut ein Viertel der geplanten Umsatzsteigerung. Der Umsatz mit Produkten der Marke Minox erlebte einen Aufschwung von 6,4 Mio DM im Vorjahr auf 12,4 Mio DM im Berichtsjahr und konnte somit fast verdoppelt werden. Der Minox Beitrag zum Gruppenumsatz stieg dementsprechend von 2,4% auf 4,5%.

Das unerwartet niedrige Wachstum bildete im Berichtsjahr eine zu schmale Basis für eine positive Ertragsentwicklung der Leica Camera Gruppe. Des weiteren berücksichtigt der Jahresabschluß des Berichtsjahres bereits in großem Umfang mögliche Risiken, um auf diesem Wege die weitere Ertragsentwicklung der Gruppe abzusichern und das laufende Geschäftsjahr 1998/99 auf eine solide Basis zu stellen. Wesentliche Aufwendungen waren: Die Restrukturierung und Sanierung von Minox, die Wertberichtigung im Vorratsbereich aus Überreichweiten und der Mehraufwand zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit speziell der neuen Produkte.

Im Vergleich zu den im Mai veröffentlichten vorläufigen Zahlen erfolgten weitere Risikovorsorgen, die sich aus der wirtschaftlichen Situation in Fernost und dem Kursverfall der lokalen Währungen begründen. Sie betragen fast 5 Mio DM.

Das Zusammenspiel der genannten Faktoren hatte ein Konzernbetriebsergebnis von -8,1 Mio DM zur Folge. In Vorjahr waren +15,6 Mio DM erreicht worden. Da das Finanzergebnis aufgrund der Zinsaufwendungen wie im Vorjahr mit 4,1 Mio DM negativ war, ergab sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das 23,7 Mio DM unter Vorjahr (+11,6 Mio DM) lag und sich auf -12,2 Mio DM belief.

Außerordentliche Aufwendungen betrafen die Sanierung der Minox GmbH und die Anpassung der Kostenstrukturen der Leica Camera AG. In außerordentlichen Ergebnis, das im Vorjahr +2,9 Mio DM betragen hatte, schlugen sie mit -5,0 Mio DM negativ zu Buche. Hierdurch entstand ein Vorsteuerergebnis von -17,3 Mio DM (Vorjahr: +14,5 Mio DM), das trotz eines im Vergleich mit dem Vorjahr (-6,4 Mio DM) geringfügig positiven Steuersaldos (+0,2 Mio DM) zu einem Jahresfehlbetrag von 17,1 Mio DM führte. Im Vorjahr hatte sich ein Jahresüberschuß von 8,0 Mio DM ergeben.

Trotz der negativen Ergebnisentwicklung hat es die Leica Camera Gruppe nicht versäumt, auch durch Investitionen die Grundlage für künftige Erträge zu legen. Zur Finanzierung dieser Investitionen und des Geschäftsgangs wurden die Verbindlichkeiten um 26,2% auf 104,8 Mio DM erhöht, da die Mittel aus dem Cash-Flow nicht ausreichten, die Sachinvestitionen von 12,8 Mio DM (-38,2%) sowie die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 13,5 Mio DM (+23,8%) abzudecken. Die Schwerpunkte lagen dabei erneut auf dem Ausbau der Entwicklungsaktivitäten für Electronic Imaging und Optikrechnung. Sie sind Voraussetzung, um Leica mit attraktiven Neuprodukten beim Kunden deutlich zu profilieren.

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