Baugewerbe warnt: Hände weg von der Wohnbauförderung

Lahofer: "Brauchen das Kapital dringend für Sanierungsmaßnahmen"

Wien (PWK) - "Auch wenn der Wohnbaubedarf auf durchschnittlich 35.000 Einheiten im Jahr zurückgehen wird, heißt das noch lange nicht, daß die Gelder aus der Wohnbauförderung nicht dringend an anderer Stelle gebraucht werden", erklärte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, bei einer Pressekonferenz in Wien. Derzeit wird in der Steuerreformkommission überlegt, den Wohnbauförderunsgbeitrag, der von Arbeitgebern und Arbeitnehmern einbezahlt wird, gänzlich zu streichen. "Offenbar hat der Finanzminister die Bauwirtschaft zur Melkkuh der Nation erkoren. Erst wird die Mietzinsreserve abgeschafft, nun sollen der Bauwirtschaft mit einem Schlag 8 Mrd Schilling entzogen werden. Schon jetzt liegt die Sockelarbeitslosigkeit bei 23.000. Daß mit dem Entzug des Wohnbauförderungsbeitrages zusätzlich 15.000 Arbeitsplätze für immer verloren gehen und die geplante Senkung der Lohnnebenkosten somit zur Farce wird, daran denkt offenbar niemand", so Lahofer. ****

Während sich der traditionelle Wohnbau rückläufig entwickelt, steigt der Bedarf nach Renovierung und Modernisierung kontinuierlich, vor allem bei der Erhaltung und Sanierung von Wohnbauten der Nachkriegszeit. Um diese 1,5 Mio Wohneinheiten energietechnisch zu optimieren, sind Investitionen in der Höhe von mehr als 250 Mrd S erforderlich. Ein solches Investitionsprogramm würde laut S-Bausparkasse nicht nur die bestehenden Wohneinheiten qualitativ verbessern, sondern auch den Energieverbrauch und die CO2-Belastung drastisch senken. 17.500 neue Jobs könnten dadurch innerhalb von 20 Jahren in der Bauwirtschaft geschaffen werden.

"Was wir jetzt brauchen sind Anreize für energietechnische Verbesserungen, die wertvolle Impulse für die Bauwirtschaft bringen und gleichzeitig dazu beitragen, das Toronto-Ziel zur Vermeidung von CO2-Emissionen zu erreichen" erklärte Günther Tschepl, Geschäftfsführer der Bundesinnung der Baugewerbe. Analysen haben ergeben, daß mit thermischen Sanierungsmaßnahmen bei Wohnhäusern der Jahresenergieverbrauch um mehr als 75 kwh pro Quadratmeter gesenkt werden kann. "Um das Investitionsvolumen von 250 Mrd Schilling innerhalb von 20 Jahren, also 12,5 Mrd Schilling pro Jahr, umsetzen zu können, muß neben anderen Förderungsmaßnahmen der Schwerpunkt der Wohnbauförderung auf die Erhaltung und Verbesserung gelenkt werden" verlangte Tschepl. Statt ein Heer von 40.000 Arbeitslosen zu schaffen könnten jene Mittel, die für den Wohnungsneubau zuviel sind, die Nachfrage nach thermischen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten weiter stimulieren und damit zusätzliche Arbeitsplätze im Baugewerbe geschaffen werden, schloß Tschepl.

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Dr. Günter Tschepl
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