AK fordert zusätzliche Lehrstellen in neuen Lehrberufen mit Zukunft

Einigung über 8 neue Lehrberufe - Wirtschaftsminister muß für rasche Umsetzung sorgen, Unternehmer müssen neue Angebote annehmen

Wien (OTS) - "Schon im Herbst kann es zusätzliche Lehrstellen
in neuen Lehrberufen geben, die Zukunft haben", erklärte heute, Mittwoch, Georg Ziniel, Leiter des AK Sozialbereichs: Vorige Woche haben sich Sozialministerin Hostasch, Wirtschaftsminister Farnleitner und die Sozialpartner auf die Einführung von 8 neuen Berufen geeinigt. "Jetzt muß Minister Farnleitner rasch die entsprechenden Verordnungen erlassen. Einige Berufe, etwa Fertigungstechniker/in, waren monatelang blockiert", sagt Ziniel. Von den Unternehmern erwartet er, "daß sie in den neuen Berufen auch ausbilden". Zugleich wendet er sich "gegen Vorschläge für Lehrberufe, die nur eine Schmalspurausbildung bringen. Damit tun
wir den Jugendlichen nichts Gutes." ****

Landmaschinentechniker/in, Mulitmedia-Fachmann/frau, Kanzleiassistent/in für rechtsberatende Berufe, Steinmetz/in, Systemgastronom/in, Modellbauer/in, Produktionstechniker/in, Fertigungstechniker/in: So heißen die 8 neuen Lehrberufe, für die es jetzt unterschriftsreife Vorlagen gibt. "Die Erschließung neuer Lehrberufe ist notwendig", sagt Ziniel. Nach der Einigung in der Vorwoche dürfe es keine weitere Verzögerung mehr geben. Bereits im Herbst müsse Ausbildung in den neuen Berufen möglich sein.

In den Verhandlungen über die Inhalte der acht neuen Berufsbilder konnte die AK erreichen, "daß sie gute Ausbildung ermöglichen, mit der die Jugendlichen auch nach der Lehre Chancen am Arbeitsmarkt haben", sagt Ziniel. Ein Beispiel dafür sei der neue Beruf Fertigungstechniker/in. Unter diesem Titel werden die bisher voneinander getrennten Berufe WerkzeugmacherIn, FormenbauerIn, MechanikerIn und FeinmechanikerIn zusammengefaßt. Ziniel: "Gefragt sind heute nicht mehr enge Spezialqualifikationen, sondern Arbeitskräfte mit einer Ausbildung, die in mehreren Berufsfeldern anwendbar ist."

Unter der Voraussetzung, daß im Bundes-Berufsausbildungsbeirat ausreichende Ausbildungsinhalte vereinbart werden, könnten rasch weitere neue Berufe eingeführt werden, zum Beispiel ElektroanlagentechnikerIn. Dazu könnten noch Ausbildungsversuche kommen, etwa Technisch kaufmännische/r Assistent/in: Die AK könne Ausbildungsversuchen zustimmen, wenn es darum gehe, Erfahrungen zu gewinnen, und wenn die genaue Auswertung der Ergebnisse gewährleistet sei.

Von den Unternehmern erwartet Ziniel, "daß sie das Angebot
annehmen und in den neuen Berufen auch ausbilden". Zugleich wendet sich der Leiter des AK Sozialbereichs "gegen Vorschläge für Lehrberufe, die nur eine Schmalspurausbildung bringen." Ein
Beispiel ist der Vorschlag Trafikverkäufer/in, zusätzlich zum Beruf Einzelhandelskauffrau/mann. Ziniel: "Wir tun den
Jugendlichen nichts Gutes, wenn bei neuen Lehrberufen richtige Ausbildungsinhalte fehlen und die Ausbildung nach der Lehre nicht verwertbar ist. Was soll eine Trafikverkäuferin tun, wenn die Trafik zusperrt und im näheren Umkreis nur Arbeit in Supermärkten geboten wird?"

Rückfragen & Kontakt:

Presse Peter Mitterhuber
Tel.: (01)501 65-2530

AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW