Kosovo: DIAKONIE kritisiert Entscheidungen der EU-Innenminister in Vorarlberg

(epdÖ) Heftige Kritik übt die evangelische DIAKONIE an den von den EU-Innenministern und der Schweiz in Vorarlberg erarbeiteten Vorschlägen zum Umgang mit Flüchtlingen aus dem Kosovo.
"Mit Menschenrechten oder gar dem Schutz von Menschenleben haben
die Entscheidungen der Innenminister nichts mehr zu tun. Es geht
um reines Schachern mit Menschen, die niemand haben will",
erklärte der Direktor der DIAKONIE Österreich Pfarrer Mag. Michael Chalupka gegenüber epd Ö.

Flüchtlingslager in Mazedonien und Nordalbanien könnten nur eine kurzfristige Maßnahme sein. "Die Bereitstellung von fünf Millionen Schilling für solche Projekte durch das Innenministerium ist mehr eine Prämie für die Regierungen der betroffenen Länder, daß sie uns ein Problem vom Hals schaffen, als eine Hilfe für Menschen auf der Flucht", so Chalupka. Viele Flüchtlinge aus dem Kosovo kämen trotzdem nach Italien, Deutschland, in die Schweiz oder nach Österreich. "Sollen diese dann nach Mazedonien oder Albanien, in die Armenhäuser Europas, abgeschoben werden?" fragt der DIAKONIE-Direktor. Außerdem würde eine massive Unterstützung von Kosovo-Flüchtlingen in der Region neue Konflikte heraufbeschwören, da heute noch hunderttausende serbische Flüchtlinge aus Bosnien und Kroatien in der Region leben und keinerlei Hilfe, weder von der EU noch von der serbischen
Regierung, erhalten haben.
Die DIAKONIE, die seit Jahren Hilfsprojekte in Serbien und Mazedonien unterstützt, befürchtet eine weitere Destabilisierung der Region. Konkret fordert die DIAKONIE:
sofortigen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus dem Kosovo,
keine Schubhaftverhängung für Flüchtlinge aus dem Kosovo,
keine Anerkennung von Albanien und Mazedonien als sichere Drittländer für Kosovoflüchtlinge,
die rasche Entscheidung über einen fairen Kostenausgleich
innerhalb der EU
die rasche Rückkehrmöglichkeit für kroatische Flüchtlinge serbischer Nationalität nach Kroatien.

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