Regierung stiehlt angestellten Apothekern die Zukunft

Verfassungsgerichtshof durch Initiativantrag brüskiert -Verbesserung der Arzneimittelversorgung durch neue Apotheken zehn Jahre lang behindert

Wien (OTS) - Die Ärztekammer, die sich im Würgegriff von einigen hausapothekenführenden Funktionären befindet, hat die Verbesserung der Arzneimittelversorgung nun hintertrieben. Im Zuge eines miesen Tauschgeschäftes für die Zahnkronen wurde eine Regelung bei der Regierung durchgesetzt, wonach hausapothekenführende Ärzte ihre Hausapotheken uneingeschränkt bis weit ins nächste Jahrtausend behalten dürfen. Dies kommt einem faktischen Berufsverbot für Apotheker auf dem Land gleich.

Viele junge Kollegen haben vor und nach dem Verfassungsgerichtshoferkenntnis bereits um eine neue Apotheke am Land angesucht. Dies würde der dortigen Bevölkerung zugute kommen, da dann endlich eine optimale Arzneimittelversorgung mit großem Lager, magistraler Herstellung und unabhängiger Beratung gewährleistet wäre. Dazu haben Kolleginnen und Kollegen im Vertrauen auf die Rechtslage teilweise ihren Arbeitsplatz aufgegeben und viel Geld investiert. Diese Kolleginnen und Kollegen sind jetzt von der Politik verraten worden.

In der ganzen EU gibt es eine klare Aufgabenteilung Arzt und Apotheker - in Österreich wollen einige Ärzte "Apotheker spielen". Ihre Hausapotheken, mit denen sie ein stattliches Zubrot verdienen, wollen sie unbedingt behalten und stehlen damit jungen, angestellten Apothekern, die sich am Land niederlassen wollen die Zukunft. Dabei hat der Verfassungsgerichtshof klar entschieden: Hausapotheken sind nur eine Behelfslösung (Surrogat) für die Orte, wo es keine öffentlichen Apotheken gibt. Wenn eine Apotheke eröffnet, haben die Hausapotheken selbstverständlich zuzusperren und die Apotheker übernehmen als wirkliche Arzneimittelfachleute die Arzneimittelversorgung.

Dieses seit Jahrzehnten bewährte System, das eine optimale und sichere Versorgung gewährleistet, ist nun akut in Gefahr. Zehn Jahre sollen neue Apotheken am Land wirtschaftlich verhindert werden. Damit können auch nicht etwa 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Und dies, weil das Zubrot hausapothekenführender Ärzte einzementiert werden soll. Ein Fakt der vor allem einigen wohlbestallten Ärztekammerfunktionären zugute kommt. Die jungen Apotheker, die sich am Land niederlassen wollen, bleiben aber auf der Strecke.

Die Vertretung der angestellten Apothekerinnen und Apotheker in der Österreichischen Apothekerkammer protestiert hiermit auf das Heftigste gegen diese Regelung, die gegen die Interessen der Bevölkerung gerichtet ist.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.pharm. Max Wellan,
Vizepräsident der Apothekerkammer Wien,
Tel.: 01-404 14 151

Mag.pharm. Jürgen Rzehak,
Vizepräsident der Österreischischen
Apothekerkammer,
Tel.: 01-404 14 107

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