Votruba: Der Bluff mit dem "Kinderbetreuungsscheck"

Kinderbetreuungsscheck-Modell ist "Zahlenspielerei" zum Schaden der Familien und der Frauen

St. Pölten, (SPI) – "Das von Familienminister Bartenstein präsentierte Modell des "Kinderbetreuungsschecks" stellt eine riesengroßen Falle dar – bei einer Verwirklichung droht vielen Familien und vor allem berufstätigen Frauen großer Schaden", kritisiert die niederösterreichische SP-Landesrätin und SP-NÖ-Frauenvorsitzende Traude Votruba. Sieht man sich das Modell und die darin enthaltene Zahlenspielerei einmal genauer an, bleibt nicht viel mehr über als "heiße Luft".****

"5.700,- Schilling für jede Familie ist schön und gut – allerdings beträgt das Karenzgeld, daß bei einer Realisierung des Kinderbetreuungsscheck-Modells gestrichen werden würde, derzeit exakt 5.560,- Schilling. Bartenstein kann doch nicht im ernst annehmen, daß die Familien die Mehrkosten, die durch die Verteuerung der öffentlichen Kinderbetreuung entstehen würden, mit 40,- Schilling pro Monat begleichen werden können. Der Wegfall der vielen anderen Leistungen – wie Arbeitslosengeld, Sondernotstandshilfe und Teilzeitbeihilfe - ist dabei noch gar nicht berücksichtigt", kritisiert Votruba. "Einhergehend damit würden naturgemäß die Frauen verstärkt aus dem Arbeitsmarkt gedrängt, da die Familien mit einer Verteuerung der Kinderbetreuungseinrichtungen konfrontiert wären", so Votruba weiter.

"Der Kinderbetreuungsscheck schafft auch keine neuen Arbeitsplätze, wie dies der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen tut", stellt Votruba klar. "Aber eine der wohl fahrlässigsten Konzeptionen ist die geplante Auszahlung pro Familie – und nicht, wie es logischer wäre, pro Kind. Durch diesen Plan würden finanzschwache Familien und Mehrkinderhaushalte – vor allem auch durch die Verteuerung der öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen – klar benachteiligt. Die Frauen werden – mit 5.700,- Schilling im Monat – ausschließlich an den Haushalt gefesselt", so die niederösterreichische Landesrätin. "Was bleibt, ist ein unausgegorenes, gefährliches und vor allem familienpolitisch kaum durchdachtes Konzept, welches im Sinne der Familien und der berufstätigen Frauen rundweg abgelehnt werden muß", stellt Votruba abschließend klar.
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