Idole - Kunst und Kult im Waldviertel vor 7000 Jahren

Katalog zur Ausstellung im Höbarth-Museum Horn erschienen

St.Pölten (NLK) - Kataloge enthalten nicht nur begleitende Texte
zu Ausstellungen, sie sind auch bleibende Dokumentationen über bestimmte wissenschaftliche oder volksbildnerische Themen und besitzen daher auch in späteren Jahren große Bedeutung. Eine derartige bleibende und gut gestaltete Dokumentation liefert jetzt der Horner Museumsverein mit dem Ausstellungskatalog "Idole - Kunst und Kult im Waldviertel vor 7000 Jahren". Er begleitet die gleichnamige Ausstellung, die seit 6. Juni läuft und bis 2. November zu sehen ist und überdies auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Sie umfaßt eine auf neuestem wissenschaftlichen Stand befindliche Zusammenfassung der urgeschichtlichen Forschung im Waldviertel mit spezieller Zielrichtung "Kultobjekte". Gerade aus der Zeit des Früh-und Mittelneolithikums gibt es in der Umgebung von Horn zahlreiche neuere Funde. Unter Idolen versteht man tönerne Erzeugnisse, in der überwiegenden Zahl um menschliche, seltener um tiergestaltige Skulpturen sowie um reliefartige Darstellungen und Ritzzeichnungen der gleichen Art auf Gefäßen. Sie dienten zur Kontaktaufnahme zu überirdischen Kräften. Die Ausdrucksform ist aus heutiger Sicht zweifellos künstlerisch, doch ist es fraglich, ob den jungsteinzeitlichen Bauern der Begriff "Kunst" überhaupt geläufig war. Die Idole aus dieser Zeit stehen im Zusammenhang mit der sich heranbildenden Wirtschaftsform Ackerbau und Viehzucht und sollten nach Ansicht der Fachleute keinesfalls mit den menschlichen Statuetten und Tierplastiken der altsteinzeitlichen Jäger und Sammler verwechselt werden, die aus einer ganz anderen Geisteswelt stammen.

Der Katalog enthält Übersichten über früh- und mittelneolithische Kultobjekte mit zahlreichen Abbildungen. Geboten werden auch "Streiflichter zur Forschungsgeschichte" und ein Überblick über das Waldviertel in der älteren und mittleren Jungsteinzeit. Neben einem Rundgang durch die Ausstellung findet sich auch ein kurzer historischer Überblick über die Stadtgemeinde Horn.

Der Horner Museumsverein wurde bei der Vorbereitung der Ausstellung und der Herausgabe des Kataloges von zahlreichen Wissenschaftern der Universität Wien sowie auch vom NÖ Landesmuseum unterstützt. Eine Reihe von Museen sowie private Sammler stellten Leihgaben zur Verfügung.

Der Katalog ist im Höbarth- und Mader-Museum der Stadt Horn, Telefon 02982/ 2372/1, zum Preis von 120 Schilling erhältlich.

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