Bosnien/Trauma kriegsversehrter Kinder/ Heilung durch Kunst/WORLD VISION Österreich

Wien (OTS) - "Es war nebelig und dennoch konnte ich den Heckenschützen, der meine kleine Tochter angeschossen hatte noch erkennen. Ihre Schreie, Mami,Mami er hat mich getroffen, werde ich nie vergessen!" Emina kroch über eine Stunde lang Zentimeter um Zentimeter ihrer verwundeten Tochter entgegen, die auf dem Schulweg 20 m vom Elternhaus entfernt angeschossen worden war.. Die Opfer bleiben Gefangene ihrer traumatischen Erlebnisse, ihrer Angst und ihrer Schmerzen. Auch noch nach Jahren leiden die meisten von ihnen unter Spätfolgen dieser Katastrophen in ihrer Jugend. WORLD VISION ist es gelungen mit spezialisierten Teams, zusammengesetzt aus Pädagogen, Lehrern und Künstlern einen Weg für die betroffenen Kinder zu eröffnen, der sie aus dem Kreislauf aus Angst, Schmerz und Aggression, und der daraus resultierenden Lebensunfähigkeit herausführen soll. Sehr oft fehlt den Kindern die Möglichkeit all ihre bedrückenden Gefühle auszudrücken. Verbal sind sie in ihrem Alter dazu oft noch nicht in der Lage und oft ist in der schwierigen Nachkriegssituation auch in der mitbetroffenen Familie niemand fähig den Kleinen zu helfen.

Väter versuchen die völlig zerstörten Häuser wieder aufzubauen, Mütter sind auf der täglichen Suche nach Versorgungsmöglichkeiten für die Familie. Niemand kann sich den psychisch schwer beeinträchtigten Kindern widmen.. Gefühle durch künstlerische Aktivität auszudrücken und zu bewältigen ist eine sehr erfolgreiche Methode aus dieser inneren Einsamkeit auszubrechen. Kunst kann einen Bezug zwischen der "inneren und der äußeren Welt" herstellen. Durch Malen , Musik, Tanz und Märchenerzählen kann oft besser als mit Worten ausgedrückt werden was jemanden bewegt. Alle Sinne des betroffenen Kindes werden zur Darstellung seines Traumas benötigt und angeregt.. Nach Möglichkeit werden auch Eltern und ganze Familien von den Pädagogen in diesen Heilungsprozess miteinbezogen um die Situation aller zu erleichtern.

Ein großer Unterschied hat sich während der Arbeit mit den Kindern auch zwischen Mädchen und Buben herauskristallisiert. Mädchen verinnerlichen ihr Leid und ihre Verwirrung und lassen möglichst wenig 'nach außen' erkennen. Sie kämpfen mit schweren Depressionen. Buben hingegen inklinieren dazu durch Hyperaktivität und oftmals Aggressivität ihre Ängste zu bewältigen. Beide zeigen eine extreme Neigung zu Alpträumen ,sind kaum konzentrationsfähig, und daher schwer zu resozialisieren. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden wie sehr das Funktionieren einer größeren Gesellschaft davon abhängt wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Dies ist auch ein Ansatzpunkt für die WORLD VISION Mitarbeiter dafür zu sorgen, daß die am schwersten Betroffenen die intensivste Hilfe bekommen.

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Mag. Tina Krones-Taurer
Michaela Gudenus
Tel.: (01) 717 96-0

World Vision

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