Bondy will wieder einen Festwochen-Intendanten - Mortier für Abschaffung des Salzburger Schauspiel-Chefs

Wien (OTS) - Die Diskussion um anstehende Personalentscheidungen
bei den österreichischen Festivals gerät in Bewegung, wie das Wochenmagazin NEWS in seiner morgen (Donnerstag) erscheinenden Ausgabe berichet.

Luc Bondy, Schauspiel-Chef der Wiener Festwochen und Mitglied des Dreierdirektoriums, plädiert via NEWS für die Wiederinstallierung des Intendanten-Jobs. Er, Bondy, stehe dafür nicht zur Verfügung ("Dann müßte ich zu inszenieren aufhören"), würde unter einer für ihn akzeptablen Person aber als Bereichsleiter weiterarbeiten. Bondy:
"Ich habe Stadtrat Marboe empfohlen, so jemanden einzusetzen. Es müßte sich um eine Art Geschäftsführer mit Kunstverstand handeln, der die Verträge unterschreibt und letzte Ansprechstation für Künstler ist."

Gegen jemanden wie den öfter für die Funktion ins Gespräch gebrachten Hamburger Intendanten Baumbauer (Vertragsende: 2000) habe er nichts einzuwenden, sagt Bondy in NEWS.

Baumbauer wurde zuletzt auch für den Schauspielbereich der Salzburger Festspiele umworben. In einem NEWS-Interview läßt Intendant Gerard Mortier allerdings wissen, er sei für die Abschaffung der (erst 1992 für Stein erfundenen) Funktion des Schauspieldirektors. "Das war immer eine frustrierende Position. Er war kein Mitglied des Direktoriums und wurde doch für alles verantwortlich gemacht."

Mortier will laut NEWS statt dessen einen renommierten dramaturgischen Berater des Direktoriums installieren. Einer seiner Wunschkandidaten: Der im Zorn geschiedene Schauspieldirektor Ivan Nagel. "Er will derzeit noch nicht, aber ich werde alles tun, daß dieser Sommer für ihn ein erfolgreicher wird. Dann sieht es vielleicht anders aus. Nagel ist einer der größten Intellektuellen, die ich kenne. Ich wäre froh, wenn ich 15 Prozent seiner Kenntnisse hätte."

Für die nächsten Jahre kündigt Mortier ein 12 Stunden langes Projekt des belgischen Avantgardisten Luk Perceval mit Shakespeares Königsdramen an. Mit Staatsopern-Chef Ioan Hollender ist er wegen der Koproduktion von Kreneks "Johnny spielt auf" unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst im Gespräch.

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