Elfriede Jelinek vergibt ihre Uraufführungen künftig an Peymanns Berliner Ensemble

Scharfe Kritik an Salzburgs Bürgermeister

Wien (OTS) - Elfriede Jelinek läßt ihre Stücke nach dem "Burg"-Abgang Claus Peymanns nur noch an dessen Berliner Ensemble uraufführen. Das sagt die renommierte österreichische Autorin, der heuer der Literaturschwerpunkt der Salzburger Festspiele gewidmet ist, in einem ausführlichen Interview für die morgen (Donnerstag) erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins NEWS. Mit Peymann-Nachfolger Klaus Bachler habe die Entscheidung nichts zu tun. "Aber Berlin ist eine Stadt, die ich sehr liebe und in der ich gut verstanden werde."

Scharfe Kritik übt Elfriede Jelinek im NEWS-Interview an Salzburgs Bürgermeister Dechant und seiner Schlingensief-Vertreibung: "Herr Dechant operiert nicht mit seinem Geld, sondern dem des Steuerzahlers. Er hat die im Verfassungsrang stehende Freiheit der Kunst nicht auszuheben. Im übrigen hat er im Salzburger Rathaus die Ausstellung eines Waffen-SS-Angehörigen eröffnet. Man muß sich überlegen, ob ein solcher Mann noch tragbar ist."

In Salzburg, so Jelinek zu NEWS, "passiert ein nicht aufzuhebender Gegensatz zwischen den kommerziellen Interessen mächtiger und sehr provinzieller Geschäftsleute - und Leuten, die wie Engel von außen einschweben, Bob Wilson, Nagel, Stein, Mortier. Da laufen zwei Schienen parallel, die einander nicht treffen können."

Jelinek übt im NEWS-Interview auch scharfe Kritik an den Bischöfen und ihrer Kampagne gegen Nitschs "Sechstagespiel" und wünscht sich die Gründung einer österreichischen PDS.

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