Gewerkschaft verhindert neue Lehrstellen im Fleischergewerbe

Fleischerinnung appelliert an Wirtschaftsminister Farnleitner Verordnung über Lehrberufe umgehend in Kraft zu setzen

Wien (PWK) - Die Fachgewerkschaft der Fleischer verhindert durch ihre Einwände im Berufsausbildungsbeirat die Aufnahme von Lehrlingen, die im Verkauf im Fleischergewerbe tätig sein wollen. Bei der Sitzung des Bundesinnungsausschusses der Fleischer wurde dagegen heftig protestiert, berichtet Bundesinnungsmeister Anton Karl. ****

Das nationale Arbeitsprogramm der Bundesregierung sieht die Schaffung von neuen Lehrberufen vor, um Jugendliche nach dem Schulabschluß nicht in Lehrlingsstiftungen oder im Auffangunterricht unterbringen zu müssen. Die Bundesinnung der Fleischer ist deshalb schon seit längerer Zeit bemüht, zusätzliche Lehrstellen zu schaffen.

Die Tätigkeit des Fleischers hat sich durch den Strukturwandel der Branche immer mehr auf Verkauf, Beratung und Service verschoben. Es zeigt sich, daß eine Teilung in Produktion und Verkauf notwendig ist. Mit den zuständigen Vertretern der Arbeitnehmer in der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuß wurden intensive Gespräche zu einer Abänderung des Lehrberufes geführt. Dies scheiterte bisher an der ablehnenden Haltung der Arbeitnehmervertreter im Berufsausbildungsbeirat.

Die Bundesinnung der Fleischer setzt sich für ein umgehendes Inkrafttreten des Verordnungsentwurfes des Wirtschaftsministeriums noch im Juli ein. Dafür werden folgende Argumente ins Treffen geführt:

Den Lehrstellensuchenden, die Interesse an der Bearbeitung von Fleisch haben und Kundenkontakte pflegen möchten, jedoch Tätigkeiten des Schlachtens und der Grobzerlegung nicht erlernen möchten, wird eine ihnen entsprechende Berufsausbildung geboten. Diese bietet Beschäftigungsmöglichkeiten sowohl im produzierenden Bereich als auch im Handel.

Aufgrund eines verstärkten Ernährungsbewußtseins der Konsumenten ist eine fachlich fundierte, produktorientierte Beratung im Fachgeschäft durch das Verkaufspersonal ein wesentliches Anliegen vieler Verbraucher. Diesem Informationsbedürfnis wird durch eine neue Ausbildungsordnung entsprochen. Die gewerblichen Fleischerfachgeschäfte haben immer wieder die Nachfrage nach weiblichem Personal bekräftigt, das gemäß dem Verordnungsentwurf besonders für den Verkauf von Fleisch- und Fleischwaren ausgebildet ist, sodaß mit der Schaffung des neuen Berufsbildes jedenfalls mit einem erhöhten Lehrstellenangebot im Bereich der Fleischwirtschaft zu rechnen ist.

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Robert Skoumal

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