Barmüller zu Kindesmißbrauch: Therapie bei Strafantritt beginnen

Liberale wollen gesamtes Sexualstrafrecht verhandeln – auch Schutzalter-Senkung

"Der Vorschlag Minister Bartensteins, Sexualstraftäter ein Leben lang zu beobachten, verabschiedet sich vom Grundsatz der Resozialisierung und ist deshalb für uns Liberale nicht akzeptabel. Vielmehr sollte die Diskussion dahin gehen, die Therapie von Straftätern nicht erst im letzten Jahr des Strafvollzuges zu beginnen, sondern bereits bei Strafantritt", meinte heute des stellvertretende Justizsprecher des Liberalen Forums, Thomas Barmüller.

Das Argument, daß ein lebenslanges Risiko des Rückfalles bestehe, gehe insofern fehl, als ja auch ein lebenslanges Risiko der Ersttäterschaft bestehe. "Nach Bartensteins Logik müßten daher alle potentiellen Täter ein Leben lang unter staatlicher Beobachtung stehen", so der liberale Abgeordnete. Da in der Regel bei Kindesmißbrauch ein zwanghaftes Verhalten zugrundeliegt und nicht Kalkül, müsse die Therapie bis zur Heilung gewährleistet werden. "Darüberhinaus sollte auch das soziale Umfeld in die Therapie miteinbezogen werden. Denn das Ziel all dieser Maßnahmen muß die Resozialisierung bleiben. Stigmatisierung wie beispielsweise die Information der Nachbarn sind kontraproduktiv", sagte Barmüller.

Die Liberalen werden im Zuge des geplanten Justizausschusses weiterhin die Beratung über das gesamte Strafrechtsänderungsgesetz, das Anfang Juli vertagt worden war, verlangen und nicht nur Beratungen über die Verschärfung des Strafrechts für Kindesmißbrauch. Dabei wird auch neuerlich der liberale Antrag zur Streichung des diskriminierenden Homosexuellenparagraphen (§ 209 StGB) auf die Tagesordnung kommen.

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