Österreich: Gefährliche Verbrennungen Wien (ÖRK) - Erst kürzlich sind mehrere Gäste eines Grillfests in Kärnten durch einen defekten Gasgriller verletzt worden. Mit

schweren Verbrennungen wurden die Verletzten, darunter auch einige Kinder, ins Krankenhaus gebracht. Nicht immer ist ein Defekt
schuld an solchen Vorfällen. Manchmal steckt auch Leichtsinn dahinter, etwa dann, wenn versucht wird, Holzkohle mit einer brennbaren Flüssigkeit zum Glühen zu bringen. "Sommerzeit ist Grillzeit. Immer wieder geschieht es, daß Menschen dabei schwer verbrannt werden", sagt Dr.Christian Feinböck, Oberarzt des Österreichischen Roten Kreuzes.

Brennende Kleidung sei so rasch wie möglich zu löschen. Feinböck:
"Der Retter kann dazu den Betroffenen am Boden wälzen. Aber auch mit Tüchern, Wolldecken, Kleidungsstücken sowie mit Wasser oder einem geeigneten Feuerlöscher können die Flammen erstickt werden. Feuerlöscher aber nie auf das Gesicht richten." Danach könnten vorsichtig die Kleidungsreste abgelöst werden. Eingebrannte Reste hingegen sollten unberührt bleiben.

Der verbrannte Körperteil sollte dann etwa zehn bis 15 Minuten gekühlt werden (mittels Eisbeutel oder unter reines, fließendes Wasser gehalten werden). "Dies bekämpft den Schock, dämpft die Hitze und lindert die Schmerzen", so Feinböck. Bei großflächigen Verbrennungen sollte dies allerdings nur innerhalb der ersten 30 Minuten erfolgen. Danach bestehe erhöhte Schockgefahr. Zum keimfreien Abdecken der Brandwunden gebe es z.B. Brandwundenpäckchen, notfalls würden aber auch frische Leintücher reichen. Die Schockbekämpfung sollte fortgesetzt werden, bis die Rettung eintrifft.

"Durch Verbrennungen drohen drei Gefahren", sagt Feinböck.
"Erstens der Schock. Dieser kann innerhalb kurzer Zeit zu einem Kreislaufversagen führen. Zweitens die sogenannte Verbrennungskrankheit. Das sind durch Verbrennungen entstandene Allgemeinstörungen des Organismus, wodurch es zu einem Versagen
der Nieren oder Lungen kommen kann. Drittens können durch die Verbrennungswunden Keime leicht in den Körper gelangen und lebensgefährliche Infektionen verursachen. Verbrennungen 3. Grades (Schorfbildung, Verkohlung) gehören daher prinzipiell ärztlich versorgt. Verbrennungen 2. Grades (Blasen) dann, wenn die Blasenfläche größer als die Handfläche des Verletzten ist."

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13.7.1998

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