MUSTERPROZESS GEGEN "DER 13."

Zahlreiche österreichische Lesben und Schwule setzen sich in einem Musterprozess gegen rechtskatholische Verunglimpfung zur Wehr

Wien (OTS) - Vorigen Dezember hatten das ÖLSF (Österreichisches Lesben- und Schwulenforum), 50 teils prominente lesbische oder schwule Einzelpersonen und drei weitere Lesben- und Schwulenvereine gegen die rechtskatholische Zeitschrift "Der 13." Anklage erhoben wegen Verhetzung, Beleidigung und übler Nachrede.

"Der 13.", konkret Kurt Dieman als Autor, hatte, wie berichtet, Lesben und Schwule mit Ratten verglichen, die mit Nazi-Methoden vernichtet gehören, forderte zur Bildung von Bürgerwehren gegen Lesben und Schwule auf und schlug die geschlechtsspezifische Züchtigung mit Peitsche und Ochsenziemer vor. Es ist für Österreich einmalig, daß sich sich eine so große Zahl von lesbischen und schwulen Einzelpersonen zu einer konzertierten Gegenwehr gegen neofaschistische Verunglimpfung entschlossen hat

Nun kommt es am Montag, den 13.7. um 10 Uhr im Landesgericht Linz, Fadingerstraße 2, Saal 61, zum strafrechtlichen Prozess gegen Autor Dieman und "Der 13."

Dieser Prozeß kann als Musterprozeß angesehen werden, der die Tragfähigkeit der österreichischen Gesetze bezüglich Diskriminierungsschutz für Lesben und Schwulen auf den Prüfstand stellt.

Rückfrageadresse: ÖLSF,
Diana Voigt,
Tel.: (01) 533 31 91
e-mail: voigtlit@ping.at

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