AK Test (2): Schlupfloch in Bankwesengesetz- Novelle schließen

Zinsengewinn für Banken - Banken sollen Beträge taggleich gutschreiben

Wien (OTS) - Der AK Test zeigt, daß die Mehrzahl der Banken die Geldbeträge stets taggleich abbucht - trotzdem ist die Überweisung bis zu einer Woche unterwegs. Die Empfängerbanken nützen die Möglichkeit des Bankwesengesetzes, wonach sie spätestens am nächsten Werktag valutieren können: Zinsengewinn für die Banken, Zinsenverlust für den Geldempfänger. Die Banken sollen die Beträge - wie in Deutschland - taggleich gutschreiben, fordert die AK. Darüber hinaus müssen für die Kunden auf dem Beleg alle Daten ersichtlich sein, um die Dauer der Überweisung überprüfen zu können. ****

AK fordert: Banken müssen taggleich valutieren
Die AK Konsumentenschützer zeigen sich mit der Novelle zum Bankwesengesetz 1996 unzufrieden: Die Novelle sollte zu kürzeren Überweisungszeiten führen, hat aber nicht gegriffen, wie die aktuelle AK Erhebung zeigt. Bereits 1995 dauerte die Überweisung zwei bis vier Tage, mit Wochenenden bis zu fünf und auch sechs Tagen, so die AK Ergebnisse vor drei Jahren.

Die AK übt Kritik: Obwohl die Mehrzahl der Banken die Überweisung stets taggleich abbucht, ist das Geld bis zu einer Woche unterwegs und setzt auch einen "Zinsenspeck" an. Jedoch die Zinsen bekommt nicht der Kunde, sondern die Bank. Der Grund dafür liegt in der offenen Formulierung der Novelle, wonach die Empfängerbanken Überweisungen taggleich, spätestens jedoch mit dem nächsten Werktag wertstellen können: Tatsächlich wurden 79 von 81 Überweisungen mit dem nächsten Werktag wertgestellt, was dem Empfängerinstitut einen Zinsgewinn bescherte.

Die AK verlangt daher vom Finanzminister, das gesetzliche Schlupfloch zu schließen. Die Banken sollen die Beträge ausnahmslos am gleichen Tag gutschreiben müssen, wie dies auch in Deutschland nunmehr der Fall ist.

Kunde soll Überweisungsdauer überprüfen können
Für den Kunden ist es äußerst schwierig, die Dauer der Überweisung zu überprüfen. Die meisten Banken übermitteln die Überweisungsbelege nicht im Original, sondern in Kopie oder (wie die Volksbank) gar nicht. Bei den Kopien fehlt dann der Stempel
oder der Vermerk, der auf der Rückseite angebracht wurde. Auch
sind die Buchungen auf den Kopien teilweise schlecht lesbar - oder jene, die sich an der Oberkante der Belege befinden,
abgeschnitten.

Werden die Überweisungsbelege dem Kunden nicht ausgefolgt, fordert die AK, daß der Eingang der Überweisungen bei der Empfängerbank auf dem Kontoauszug klar ersichtlich sein soll.

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Presse Doris Strecker
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