Europäische Sozialpartner beim informellen Ministertreffen der Sozial- und Frauenminister in Innsbruck

Wien (OTS) - Am ersten informellen Ministerrat während der österreichischen EU-Präsidentschaft vom 8. bis 10. Juli in der Tiroler Landeshauptstadt nehmen neben den Regierungsvertretern aus den 15 EU-Mitgliedsländern, dem zuständigen Kommissar Padraig Flynn und Vertretern des Europäischen Parlaments auch Repräsentanten der Europäischen Sozialpartner teil. Der Europäische Gewerkschaftsbund wird durch seinen Präsidenten, Fritz Verzetnitsch, vertreten, die europäische Arbeitgeberverbände UNICE und CEEP durch Gerhard Heinrich (UNICE) und Robert Villeneuve (CEEP).

In ihren Beiträgen betonten alle drei Europäischen Sozialparnter die Wichtigkeit der Involvierung der Sozialpartner in die Politikgestaltung der Europäischen Union, insbesondere im sozialpolitischen Bereich. Die Problemlösungskompetenz der Sozialpartner sei speziell in Beschäftigungsfragen sehr groß, weshalb auf die Einbindung der Sozialpartner nicht verzichtet werden sollten.

Seitens der UNICE wurde die Erwartung formuliert, daß im Vorfeld des Wiener Gipfels der Staats- und Regierungschefs im Dezember die drei anerkannten überbereichlichen europäischen Sozialparnter in die Beschlußfassung neuer beschäftigungspolitischer Richtlinien für 1999 eingebunden werden. Wie schon vor dem Luxemburger Gipfel im November 1997 wird auch vor dem Wiener Gipfel eine gemeinsame Stellungnahme von CEEP, UNICE und EGB erarbeitet.

Der CEEP-Vertreter Robert Villeneuve betonte, daß die Verwirklichung der Chancengleicheit für Frauen und Männer in der Arbeitswelt auch die notwendige Reorganisation des Familienlebens im Sinn eines Teilens der Verpflichtungen berücksichtigen müsse, um ein neues Gleichgewicht zu erreichen. Der Ansatz, nur über eine erhöhte Beschäftigungsfähigkeit der Frauen Chancengleichheit herstellen zu wollen, greife zu kurz.

Der EGB-Präsident forderte, daß für den Europäischen Sozialfonds (ESF) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstärkt Ziel von Förderungen werden müsse, um den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Die Verwirklichung von Chancengleichheit sollte darüber hinaus auch auf gesellschaftliche Minderheiten wie Behinderte ausgedehnt werden.

Etliche Regierungsvertreter begrüßten die verstärkte Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern auf europäischer Ebene, die auch in Zukunft wichtig sei. Der deutsche Staatssekretär Horst Günther verwies auf die notwendige sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit im nationalen wie im internationalen Rahmen und sicherte den Europäischen Sozialpartnern zu, daß während der deutschen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 1999 der Dialog mit EGB, UNICE und CEEP weitergeführt werde.

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