Durchsichtige Panikmache am Lehrstellenmarkt

AMS sollte aus Vorjahresprognosen gelernt haben Statistiken des AMS unverläßlich

PWK - Eine höchst unseriöse und unverantwortliche Panikmache sieht Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der WKÖ, in den letzten Äußerungen des AMS zur Lehrstellensituation. "Das AMS hätte eigentlich aus seinen Fehlprognosen im Vorjahr lernen sollen, als um dieselbe Zeit von 12.000 bis 15.000 fehlenden Lehrstellen die Rede war, am Ende der Lehrlingsaufnahmeperiode, also gegen Ende Oktober, aber in manchen Ländern bereits ein Lehrlingsmangel festzustellen war", so Piskaty. ****

,Ich kann mir diese Äußerungen eigentlich nur in zweifacher Hinsicht erklären: Entweder um zusätzliche Budgetmittel zu akquirieren oder um - im wahrsten Sinne ,koste es, was es wolle" -die Installation eines unter Umständen so gar nicht benötigten Auffangnetzes zu rechtfertigen", kommentiert Piskaty die jüngsten AMS-Prognosen. Das AMS muß sich den Hinweis darauf gefallen lassen, daß es bisher nicht in der Lage war, aussagekräftige Statistiken über den Lehrstellenmarkt vorzustellen. In den AMS-Statistiken und Prognosen wimmelt es von ,Karteileichen", von Jugendlichen, die nicht vermittlungsfähig sind und für die mittlerweile die Vorlehre geschaffen wurde. Schließlich gibt es auch Doppelzählungen von Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen und sich gleichzeitig um einen Schulplatz bemühen. Weiters melden viele Betriebe ihre offenen Lehrplätze nicht mehr dem AMS, weil sie von dieser Stelle oftmals keine geeigneten Bewerber erhalten.

Piskaty: "Das AMS sollte lieber aktiv werden, seine Statistiken und Prognosen zu verbessern, die notwendigen Vorbereitungen für die Vorlehre zu beginnen und ein Instrumentarium zu schaffen, das die Lage am Lehrstellenmarkt mit Angebot und Nachfrage präzise wiedergibt. Allen Kennern der Materie ist klar, daß wir ohne die neue Vorlehre mit einem Sockel von ca 3.000 bis 4.000 Jugendlichen leben müssen, die Jahr für Jahr keine Lehrstelle finden. Gerade deswegen wurde ja die Vorlehre im Konsens von Regierung und Sozialpartnern geschaffen".

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Dr. Georg Piskaty

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