Gewerbe gegen teure Versicherung statt Befähigungsnachweis

Achleitner "Der Befähigungsnachweis ist die preiswerteste Form des Konsumentenschutzes"

Wien (PWK) - "Der Befähigungsnachweis ist keine Zwangshürde auf dem Weg zur Selbständigkeit, sondern die preiswerteste Form des Konsumentenschutzes" widerspricht Friedrich Achleitner, Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich, den jüngsten Äußerungen des LIF-Wirtschaftssprechers Helmut Peter. ****

Peter fordert anstelle des Befähigungsnachweises für Gewerbetreibende den zwingenden Abschluß einer Betriebshaftpflichtversicherung. "Aus der Praxis wissen wir aber, daß eine solche Zwangsversicherung lediglich einen enormen Kostenschub verursachen würde, der letztlich zu Lasten der Konsumenten geht", so Achleitner. Davon abgesehen verlangen die Versicherungen vor dem Abschluß der Polizzen erst recht wieder einen Nachweis der Befähigung.

Mit dem Befähigungsnachweis signalisiert der Gewerbetreibende, daß er die fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen besitzt, um die dem Gewerbe entsprechenden Tätigkeiten selbständig ausführen zu können. Damit soll ein entsprechender fachlicher und unternehmerischer Standard im Interesse der Konsumenten, des Gewerbes (Gewerbequalität) und der Gewerbetreibenden (Insolvenzgefahr) gesichert werden. "Der Befähigungsnachweis bringt Gewerbefreiheit für alle unter gleichen Bedingungen und sorgt für einen Wettbewerb unter Fachleuten auf hohem fachlichen Niveau. Qualität, Leistung, Zuverlässigkeit und ein angemessener Preis sind nur dann möglich, wenn ein 'Wettbewerb unter Gleichen' herrscht. Eine Auflösung der Gewerbeordnung kommt daher für uns überhaupt nicht in Frage", erklärte Achleitner.

Der Befähigungsnachweis ist aber auch aus bildungspolitischen Gründen wichtig. Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge wird in Gewerbe und Handwerksbetrieben ausgebildet. Ohne eine entsprechende Qualifikation der Betriebsinhaber, die in Kleinbetrieben auch gleichzeitig Ausbilder sind, kann das hohe Qualifikationsniveau der Facharbeiter nicht gehalten werden.

"Nicht der Befähigungsnachweis sondern mangelndes Eigenkapital, die hohen bürokratischen Hindernisse und die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Lage im Gewerbe und Handwerk sind neben dem Risiko als Unternehmer die entscheidenden Faktoren dafür, daß viele den Weg in die Selbstädnigkeit fürchten. Die Bundessektion Gewerbe und Handwerk fordert daher schon seit längerem, entweder eine Rücklage für nicht entnommenen Gewinn oder die Möglichkeit zu schaffen, bei der Gewinnermittlung fiktive Eigenkapitalzinsen im Ausmaß der Fremdkapitalzinsen als Aufwand abzuziehen sowie eine tarifliche Begünstigung der Einkünfte aus Gewerbebetrieben entsprechend dem 13. und 14. Gehalt der unselbständigen Erwerbstätigen.

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Mag. Helmut Heindl
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Bundessektion Gewerbe und Handwerk

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